Tomatina Spanier liefern sich größte Tomatenschlacht der Welt

Buñol sieht rot: Zehntausende Menschen haben sich in der spanischen Kleinstadt eine Stunde lang gegenseitig mit überreifen Tomaten beworfen - und den Ort metertief in Gemüsematsch versinken lassen.

DPA

Valencia - Mehr als 40.000 "Krieger" bewarfen sich in Buñol bei Valencia eine Stunde lang mit dem überreifen Gemüse. Als Munition dienten ihnen nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens TVE insgesamt 110 Tonnen Tomaten.

Die Straßen und Plätze der 10.000 Einwohner zählenden Stadt im Osten Spaniens verwandelten sich bei dem beliebten Spektakel in einen See von Tomatenbrühe, der den Teilnehmern zuweilen bis zu den Knien reichte. Die Tomaten waren von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt worden. Die "Tomatina" findet seit über 60 Jahren am letzten Mittwoch im August statt.

Das Ziel besteht darin, den anderen Teilnehmern möglichst viele Tomaten ins Gesicht zu werfen. Um Blessuren zu vermeiden, müssen die Tomaten vor dem Werfen in der Hand zerdrückt werden. Außerdem sind die Lieferanten angehalten, nur überreife Früchte bereitzustellen. Nach dem Ende der Schlacht spülte die Stadtreinigung die rote Brühe mit Wasserschläuchen in die Kanalisation.

In diesem Jahr organisierte die Stadt zusätzlich ein kulturelles Rahmenprogramm und eine nächtliche Party. Die Ursprünge des Spektakels sind unbekannt. Nach der Legende sollen junge Leute in den vierziger Jahren einen Umzug mit Tomaten beworfen und damit die erste Tomatenschlacht ausgelöst haben.

Unter der Franco-Diktatur (1939-1975) war die "Tomatina" bis 1959 verboten. Die Stadt Buñol unternahm später einen neuen Versuch, die Schlacht zu unterbinden.

Sie beugte sich dann aber dem Druck der Bevölkerung und übernahm 1980 selbst die Veranstaltung des Festes.

han/dpa/AP



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