Vulkanausbruch im Südpazifik Tongas Botschafter besorgt über möglichen »Corona-Tsunami«

Droht den Menschen in Tonga nach dem verheerenden Vulkanausbruch nun eine Coronawelle durch Helfer aus dem Ausland? Zwei Hilfsschiffe aus Neuseeland wurden von den üblichen Einreiseregelungen entbunden.
Zerstörungen an der Küste einer Insel in Tonga

Zerstörungen an der Küste einer Insel in Tonga

Foto: Vanessa Parker / New Zealand Defense Force / AP

Noch ist das genaue Ausmaß der Schäden in Tonga nach der Eruption des Unterseevulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai unklar. Fotos von Aufklärungsfliegern aus Australien und Neuseeland zeigen massive Zerstörungen . Drei Todesfälle sind inzwischen bestätigt, doch es fehlt weiter an zuverlässigen Informationen aus dem tagelang von der Kommunikation abgeschnittenen Land.

Ein Diplomat des Inselstaats sorgt sich jedoch bereits um die nächste Gefahr für die Bewohner. Wie der Vizebotschafter von Tonga in Australien, Curtis Tu'ihalangingie laut übereinstimmenden Berichten dem australischen Sender ABC sagte, gebe es Bedenken vor einem möglichen »Corona-Tsunami, der Tonga trifft«, weil internationale Helfer das Virus ins Land einschleppen könnten.

Hilfsorganisationen wollen Vorsichtsmaßnahmen treffen

Wie der »Guardian« berichtet, sind sich die humanitären Helfer der Gefahr bewusst. »Wir passen sehr auf, dass unsere Hilfe nicht noch mehr Probleme bringt«, sagte die Notfallkoordinatorin des Roten Kreuzes in Australien, Sophie Ford, der Zeitung. Laut dem Bericht ist bei Einreisen nach Tonga wegen der Pandemie derzeit eigentlich eine Quarantäne von bis zu drei Wochen vorgesehen. Auch Güter müssen den Vorschriften zufolge in Quarantäne.

Nach Angaben des neuseeländischen Außenministeriums hat Tonga die Ankunft der Marineschiffe »Aotearoa« und »Wellington« allerdings genehmigt.

Foto: Carolyn Varley / Australian Red Cross / REUTERS

Tonga hat laut »Guardian« seit Beginn der Pandemie erst eine einzige Ansteckung und keinen Todesfall durch das Virus gemeldet. Nach Angaben der Seite »Our World in Data« sind etwa 61 Prozent der knapp über 100.000 Einwohner des Landes doppelt gegen das Virus geimpft.

Neuseeland hatte bereits am Dienstag angekündigt, zwei Schiffe mit Hilfsgütern nach Tonga zu entsenden. Es wird davon ausgegangen, dass auf den Inseln derzeit besonders Trinkwasser knapp ist, Vorräte könnten durch die Asche vergiftet worden sein. Eines der Schiffe der neuseeländischen Navy könne »250.000 Liter transportieren und 70.000 Liter pro Tag durch eine Entsalzungsanlage produzieren«, sagte Verteidigungsminister Peeni Henare.

Die Schiffe sollen am Freitag in Tonga eintreffen. Aus dem australischen Brisbane sollte am Mittwoch ebenfalls ein Schiff ablegen.

Einige der Inseln wurden durch einen Tsunami nach dem Vulkanausbruch offenbar vollkommen zerstört. Die Regierung sprach von einer beispiellosen Katastrophe. James Garvin, Chefwissenschaftler am Goddard Space Flight Center der NASA, sagte, die Kraft des Ausbruchs des Hunga Tonga-Hunga Ha'apai werde auf das Äquivalent von fünf bis zehn Megatonnen TNT geschätzt. Dies entspräche mehr als dem 500-fachen der Atombombe von Hiroshima.

Der internationale Flughafen Fua'amotu wurde nicht beschädigt, aber mit Asche bedeckt, die von Hand weggeräumt werden muss. Hilfsflüge aus Neuseeland und Australien könnten am Donnerstag beginnen.

Mobilfunknetz offenbar teils wieder in Betrieb

Tonga ist seit dem Ausbruch weitgehend von der Kommunikation abgeschnitten, da durch den Vulkanausbruch das einzige Unterseekabel beschädigt wurde und es wahrscheinlich einen Monat oder länger dauern wird, um es zu reparieren.

Am Mittwoch teilte der Mobilfunkanbieter Digicel laut Reuters mit, dass das Netz in Teilen des Inselstaates wieder funktioniere. Nun werde versucht, auch Verbindungen ins Ausland wiederherzustellen.

fek/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.