Vulkanausbruch im Südpazifik Landebahn von Asche befreit – erste Hilfsflüge in Tonga gelandet

Tonga sieht sich nach einem Vulkanausbruch einer »noch nie dagewesenen Katastrophe« ausgesetzt. Internationale Hilfe ist auf dem Weg – doch in Tonga ist die Angst vor einer Einschleppung des Coronavirus groß.
Australien schickte bereits ein militärisches Transportflugzeug nach Tonga

Australien schickte bereits ein militärisches Transportflugzeug nach Tonga

Foto: Australian Defence Force / AFP

Nach dem Ausbruch des Unterseevulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai sind die ersten Hilfsflüge aus Australien und Neuseeland in Tonga angekommen. Zuvor war die Landebahn von einer dicken Ascheschicht befreit worden.

Die Eruption am Samstag war eine der schwersten seit Jahrzehnten und noch im weit entfernten Alaska messbar. Tongas Premierminister Siaosi Sovaleni sprach von einer »noch nie dagewesenen Katastrophe«. Auf einigen abgelegenen Inseln seien fast alle Häuser zerstört. Mehr als 80 Prozent der gut 100.000 Einwohner des Archipels mit 170 Inseln sind nach Uno-Angaben von dem Unglück betroffen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Angst vor Corona durch Helfer und Helferinnen

An Bord der Maschine des Typs Hercules seien neben dringend benötigtem Trinkwasser auch provisorische Unterkünfte, Generatoren, Hygienekits sowie Kommunikationsausrüstung, sagte die neuseeländische Außenministerin Nanaia Mahuta.

In dem polynesischen Inselreich, in dem es bisher so gut wie keine Coronafälle gab, ist aber die Sorge groß, dass ausländische Helfer und Helferinnen das Virus einschleppen könnten. Tonga hatte im März 2020 seine Grenzen geschlossen und sich seither von der Außenwelt weitgehend abgeschottet.

Um die Bevölkerung nicht zu gefährden, soll es keinen direkten Kontakt zwischen den Insassen der Maschine und den Menschen auf Tonga geben. »Die Lieferung von Hilfsgütern erfolgt kontaktlos. Das Flugzeug wird voraussichtlich etwa 90 Minuten am Boden bleiben, bevor es nach Neuseeland zurückkehrt«, sagte Neuseelands Verteidigungsminister Peeni Henare.

Hilfe auch auf dem Seeweg

Australien schickte ein militärisches Transportflugzeug, dem ein weiteres folgen sollte, das humanitäre Hilfsgüter transportierte.

Auch auf dem Seeweg ist Hilfe unterwegs: Die Schiffe »HMNZS Wellington« und »HMNZS Aotearoa« der neuseeländischen Marine werden voraussichtlich am Freitag in tonganischen Gewässern eintreffen. An Bord befinden sich Wasservorräte und eine Entsalzungsanlage mit einer Kapazität von 70.000 Litern pro Tag. Außerdem sind Vermessungsexperten und Taucher der Marine dabei, die die Schifffahrtsrouten nach dem Tsunami untersuchen sollen.

Das australische Militärhilfsschiff »HMAS Adelaide« liegt ebenfalls in Brisbane bereit. Canberra »hofft und beabsichtigt«, dass das Schiff am Freitag aufbricht, sagte ein australischer Beamter. Die »Adelaide« soll »Wasserfiltergeräte und zusätzliche humanitäre Hilfsgüter« sowie zwei Hubschrauber mitführen.

Auch Japan sicherte Nothilfe zu. Der Verteidigungsminister des asiatischen Landes, Nobuo Kishi, sagte, sein Ministerium werde »alles tun, was wir für die von der Katastrophe betroffenen Menschen in Tonga tun können«. China hat ebenfalls angekündigt, Hilfsgüter schicken zu wollen.

Der unterseeische Vulkan hatte am Samstag eine Wolke aus Asche und Gas kilometerweit in die Höhe geschleudert. Experten zufolge war es einer der weltweit schwersten Ausbrüche seit Jahrzehnten. Tsunamiwellen erreichten unter anderem Alaska, Japan und Südamerika.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde Neuseelands Verteidigungsminister Peeni Henare unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa fälschlicherweise als Verteidigungsministerin bezeichnet. Wir haben den Fehler korrigiert.

bbr/dpa/AP/AFP
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