Erste Mitteilung seit Vulkanausbruch Tongas Regierung bestätigt mindestens drei Tote

Auf einer Insel sind alle Häuser zerstört, auf einer anderen nur noch zwei Häuser erhalten: Nach dem schweren Vulkanausbruch vor der Küste Tongas hat die Regierung erste Opferzahlen veröffentlicht.
Tonga nach dem Vulkanausbruch (Satellitenbild): Mindestens 50 Häuser zerstört

Tonga nach dem Vulkanausbruch (Satellitenbild): Mindestens 50 Häuser zerstört

Foto: Uncredited / dpa

Es ist die erste offizielle Mitteilung, die Tongas Regierung seit der gewaltigen Eruption des Unterseevulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai herausgegeben hat: Bei der Naturkatastrophe sind demnach mindestens drei Menschen ums Leben gekommen.

Es handele sich um zwei Tongaer und eine Britin, teilte das Büro von Premierminister Siaosi Sovaleni am Dienstag mit. Die Kommunikationsverbindungen zu dem Inselreich waren massiv eingeschränkt, seitdem der Vulkan am Samstag ausgebrochen war.

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Unter den Todesopfern des Unglücks ist eine 50-jährige Britin, die in Tonga eine Hilfsorganisation für Straßenhunde betrieb. Sie sei von der Flutwelle mitgerissen worden, während ihr Mann sich an einen Baum klammern konnte, sagte ihr Bruder dem britischen »Guardian«.

Infolge der »beispiellosen Katastrophe« seien auch Verletzte gemeldet worden, hieß es weiter. Demnach entstand durch die Eruption eine vulkanische Aschewolke, die alle Inseln Tongas bedeckte. Außerdem habe der Ausbruch bis zu 15 Meter hohe Tsunami-Wellen verursacht.

Das Uno-Nothilfebüro (OCHA) hatte zuvor berichtet,  es seien mindestens 50 Häuser zerstört und 100 weitere beschädigt worden. Aus der Hauptstadt Nuku'alofa seien schwere Schäden in Küstennähe gemeldet worden. Die Gesundheitseinrichtungen funktionieren jedoch nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Sorge bestehe wegen der dicken Ascheschicht, die Wasserreservoire kontaminiert haben könnte. Die Bevölkerung sei aufgerufen worden, nur abgefülltes Wasser zu trinken.

Lebenswichtige Vorräte

Tongas Marine habe lebenswichtige Vorräte auf einige Inseln gebracht. Auf der tief liegenden Insel Mango, von der ein Notsignal empfangen worden sei, seien alle Häuser zerstört. Auf Fonoifua seien zwei Häuser übrig geblieben.

Die Inselbewohner würden von der Marine in Sicherheit gebracht. Die Asche und Schäden an den Anlegestellen erschwerten den See- und Lufttransport.

Hilfsflüge können vorerst nicht in Tonga landen, weil die Landebahn des Flughafens mit einer Ascheschicht bedeckt ist. Australien und Neuseeland halten drei Marineschiffe in Bereitschaft,  um bei Bedarf Hilfslieferungen zu transportieren. Das Inselreich ist von dort auf dem Seeweg in drei bis fünf Tagen zu erreichen.

Das Rote Kreuz will mehr als 2500 Kanistern Trinkwasser bereitstellen. Frankreich, das Überseegebiete im Südpazifik hat, sagte ebenfalls Hilfe zu.

Der Hunga Tonga-Hunga Ha'apai hatte am Wochenende eine gigantische Wolke aus Asche und Gas kilometerweit in die Höhe geschleudert und Tsunami-Wellen ausgelöst, die selbst in Japan, Alaska und Südamerika noch an die Küsten schwappten.

Das Unternehmen Maxar Technologies veröffentlichte unterdessen Satellitenaufnahmen des Vulkans. Der Teil des Hunga Tonga-Hunga Ha'apai, der bis zur Eruption am Sonntag über dem Meeresspiegel lag, ist fast vollständig verschwunden, nur zwei kleine Vulkaninselchen sind noch zu sehen.

kha/dpa/AFP

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