Tornados in Paderborn und Lippstadt So hat Tief »Emmelinde« gewütet

Dicke Äste brechen von Bäumen, in der Luft fliegen Trümmer umher: Amateuraufnahmen zeigen geradezu apokalyptische Szenen während des Unwetters in Nordrhein-Westfalen.
DER SPIEGEL

Paderborn am Freitagabend. Heftiger Wind peitscht durch die Stadt, einige Menschen suchen Schutz in einer Bushaltestelle. Das Unwetter ist so stark, dass ganze Bäume durch die Luft fliegen.

Das Tiefdruckgebiet »Emmelinde« hat insbesondere die Städte Lippstadt und Paderborn in Nordrhein-Westfalen am Freitagabend mit voller Wucht getroffen. Nach Angaben der Polizei sind allein in Paderborn 43 Menschen verletzt worden, 13 von ihnen schwer.

Die Polizei forderte die Bevölkerung am Samstagmorgen auf, die verwüstete Innenstadt vorerst zu meiden und warnte vor möglichen Gefahren durch Sturmschäden.

Der Deutsche Wetterdienst meldete Niederschläge von bis zu 40 Liter pro Quadratmeter und bestätigte drei Tornadoverdachtsfälle, einen davon in Lippstadt. Auch hier filmten Anwohner die Verwüstung. Verletzte gab es offenbar keine.

»Emmelinde« sorgte auch in anderen Teilen des Landes für Sachschäden und Verletzte. In Rheinland-Pfalz starb ein 38-jähriger Mann am Freitagabend in Wittgert im Westerwald, nachdem er in einem vollgelaufenen Keller einen Stromschlag erlitt und stürzte.

Am Samstag soll das Gewittertief ostwärts über Mecklenburg-Vorpommern abziehen. Davor kann es zu Sturmböen kommen. Im Süden sei noch vereinzelt mit Gewittern zu rechnen.