Tornados in den USA Tote, Dutzende Verletzte und tonnenweise Trümmer

Eine Serie von Tornados hat in den US-Bundesstaaten Ohio und Kansas Häuser zerstört, Bäume entwurzelt und Menschen verletzt. Ein 81-Jähriger starb, als ein Fahrzeug in sein Haus geschleudert wurde.


Im US-Bundesstaat Ohio haben Tornados große Schäden angerichtet und mindestens ein Todesopfer gefordert.

In dem 10.000 Einwohner zählenden Ort Celina im Westen des Bundesstaates sei ein 81-Jähriger ums Leben gekommen, als ein Fahrzeug in dessen Haus geschleudert wurde, sagte der Bürgermeister der Kleinstadt, Jeffrey Hazel. Außerdem seien mehrere Menschen verletzt worden. Im Bundesstaat Arkansas soll laut einem Bericht von CNN ein 64-jähriger Mann in den Regenfluten ertrunken sein.

Viele Häuser wurden beschädigt oder komplett zerstört, es kam zu größeren Stromausfällen. Neben Ohio wurden weitere Bundesstaaten von Tornados getroffen, etwa Indiana. Insgesamt seien am Montag und Dienstag 55 Tornados in acht US-Staaten registriert worden, berichtete der Sender CNN. Tornado-Warnungen wurden für Teile Pennsylvanias, New Jerseys und New York City ausgegeben.

Im New Jersey wurde ein Schulgebäude von Unwettern beschädigt. Mehr als 14.000 Menschen waren hier zeitweilig ohne Stromversorgung.

In Brookville in Ohio wurde der 59-jährige Michael Sussman am Montagabend verletzt, als der Sturm die Eingangstür seines Hauses wegriss. "Ich wurde von Trümmern am Kopf getroffen. Ich schaute hoch, und ich hatte kein Dach mehr. Ich stand mitten im Flur und wusste nicht, ob ich das überleben würde", sagte Sussman CNN. Sein Haus wurde binnen 20 Sekunden zerstört, Sussman selbst erlitt eine Gehirnerschütterung, sei aber auf dem Wege der Besserung.

In dem Gebiet um Kansas City entwurzelte ein Sturm zahlreiche Bäume und zerstörte Starkstromleitungen. Dutzende Menschen wurden verletzt und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Der Kansas City International Airport stellte vorübergehend seinen Betrieb ein, Fluggäste wurden in Parkgaragen in Sicherheit gebracht.

Ein ganzes Dutzend Stürme in Folge wütete dem Nationalen Wetterdienst zufolge in Kansas. Nach einigen ruhigen Jahren sei die Tornado-Häufigkeit in den vergangenen Wochen immens gestiegen.

Schäden wurden auch aus den Städten Bonner Springs, Linwood und Pleasant Grove in Kansas gemeldet.

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USA: Schwere Stürme in Ohio und Kansas

Mark Duffin aus dem rund 48 Kilometer westlich von Kansas City gelegenen Linwood konnte sich mit einer geistesgegenwärtigen Reaktion vor Verletzung bewahren: Der 48-Jährige hörte noch im Fernsehen, dass ein Tornado unterwegs sei, als bereits eine Wand seines Hauses einstürzte.

Duffin schnappte sich laut eigener Aussage eine Matratze und rannte mit seinem 13-jährigen Sohn und seiner Ehefrau in den Keller. Dort hätten die Familie unter der Matratze ausgeharrt und dabei zugesehen, wie ihr Haus einstürzte. Die Matratze habe sie geschützt.

"Ich bin einfach nur froh, dass ich meine beiden Hunde lebend gefunden habe", sagte Duffin dem "Kansas City Star". "Meine Frau lebt, die Familie lebt, ich lebe. Das ist das Wichtigste."

Die heftigen Stürme rissen Häuser aus ihren Fundamenten und hinterließen in manchen Wohngegenden eine Trümmerwüste. Auf den Highways von Ohio waren Schneepflüge unterwegs, um die Fahrbahnen zu räumen.

Besonders schwer betroffen war Dayton in Ohio. "Ich bin einfach auf alle Viere gegangen und habe mein Gesicht mit den Händen bedeckt", erzählte Francis Dutmers, der sich auf dem Weg in den Keller seines Hauses in Vandalia, rund sechszehn Kilometer vor Dayton, befand, als der Sturm auf sein Haus traf. Die Fensterscheiben wurden eingedrückt, die Räume füllten sich mit Trümmern, und fast alle Bäume wurden entwurzelt.

Der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, rief den Notstand für drei Countys aus. Serien von bis zu 50 Tornados sind nicht ungewöhnlich in den USA, schon dreimal waren es sogar hundert in Folge. Die derzeitige Häufung gilt laut Experten aber als ungewöhnlich, weil sie sich über ein besonders großes Gebiet zieht.

Bereits in der vergangenen Woche hatten Tornados und heftige Unwetter in mehreren Staaten des Mittleren Westens der USA Überschwemmungen und Schäden verursacht. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben.

ala/dpa/AP

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