Tornados in Florida Bush ruft den Notstand aus

Am Tag nach den schweren Tornados hat US-Präsident George W. Bush für Teile Floridas den Notstand ausgerufen. Der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern hat mindestens zwanzig Tote gefordert. Über tausend Häuser sind zerstört.


Miami - Vier Bezirke Floridas befinden sich nun offiziell im Notstand. Damit könne den Betroffenen unter anderem mit zinsgünstigen Krediten geholfen werden, eine neue Unterkunft zu finden oder die beschädigten Häuser zu reparieren, teilte das Weiße Haus heute in Washington mit.

Mehrere Twister und Gewitterstürme hatten in der Nacht zum Freitag rund drei Stunden lang über Zentralflorida getobt und Tod und Zerstörung hinterlassen. Der Sturm kam zwischen drei und vier Uhr morgens - zu spät für viele, um die kurzfristigen Sturmwarnungen zu hören.

Floridas Gouverneur Charlie Crist hatte bereits kurz nach dem Zerstörungszug der Twister, die mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern übers Land fegten, den Notstand in vier Bezirken erklärt. Damit konnten Nationalgardisten mobilisiert werden.

Laut Crist sind mindestens 1500 Häuser entweder völlig zerstört oder schwer beschädigt worden. Die exakte Schadenssumme sei überhaupt noch nicht abzuschätzen. Florida sei ein Paradies, aber dafür sei auch ein Preis zu zahlen, sagte der Gouverneur dem Nachrichtensender CNN.

Laut CNN sieht es in einigen Wohngebieten aus wie auf einem Schlachtfeld. Holzbalken, Dachteile und Möbel liegen wild verstreut herum. "Das Ausmaß der Zerstörung ist unbeschreiblich", zitiert der Sender einen Kollegen, der das betroffene Gebiet mit einem Hubschrauber überflogen hat. "Man kann mancherorts nicht einmal mehr erkennen, dass hier je Häuser gestanden haben."

Die Rettungsmannschaften suchten heute weiter nach Überlebenden und weiteren Opfern. "Häuser, Geschäfte, religiöse Einrichtungen wurden völlig zerstört", sagte der Sprecher des Katastrophenschutz-Zentrums von Lake County dem Fernsehsender CNN. Die Verwüstungen seien viel schwerer als bei den Hurrikanen im Jahr 2004, die nur leichte Schäden etwa an Dächern und Fenstern angerichtet hätten. "Dieser Sturm war weitaus zerstörerischer."

Besonders schwer getroffen hat der Sturm die Stadt Lady Lake. Mehrere Wohnwagenparks, in denen Dutzende Menschen leben, wurden laut Polizei verwüstet. Die obdachlos gewordenen Bewohner sind nun in einer Grundschule untergebracht, die in aller Eile zum Notquartier umfunktioniert wurde.

cvo/dpa/ap



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