Tote Frühchen Bremer Klinik verschlampte frühzeitige Warnung

Drei Neugeborene starben in einem Bremer Krankenhaus wegen Hygienemängeln. Die Fälle wurden erst Anfang November öffentlich. Jetzt zeigt sich: Der Erreger wurde schon Ende April bei einem Frühchen nachgewiesen - das Gesundheitsamt aber erst im September informiert.

Klinikum Bremen-Mitte: Fehler eingeräumt
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Klinikum Bremen-Mitte: Fehler eingeräumt


Bremen - Der für den Tod von drei Frühchen verantwortliche Erreger ist in einer Bremer Klinik früher als bisher bekannt aufgetreten. Bereits am 30. April sei der Keim bei einem Frühchen nachgewiesen worden, sagte der Chef des Klinikverbunds Gesundheit Nord, Diethelm Hansen. Er räumte Fehler ein. Das Gesundheitsamt hätte früher informiert werden müssen.

Im Mai sei es zu einem weiteren Nachweis gekommen. Spätestens Anfang Juni hätte das Klinikum deshalb das Gesundheitsamt über die Infektionen informieren müssen. Dies sei aber erst im September geschehen, so Hansen. Seinen Angaben zufolge hat der für Hygiene verantwortliche Arzt seine Zuständigkeit inzwischen abgegeben.

Zuvor hatte Bremens Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) die Informationspolitik des Gesundheitsamts kritisiert: Es habe ihr übergeordnetes Ressort zu spät informiert.

Bei 23 Kindern wurde bislang der gefährliche Keim der Gattung Klebsiella nachgewiesen. Drei Frühchen starben daran zwischen August und Oktober, wie erst Anfang November öffentlich wurde. Damals sprach das Klinikum Bremen-Mitte von einem "schweren hygienischen Zwischenfall".

ulz/dpa/dapd



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Bezahler 10.11.2011
1. Was soll`s
Zitat von sysopDrei Neugeborene starben in einem Bremer Krankenhaus wegen Hygienemängeln. Die Fälle wurden erst Anfang November öffentlich. Jetzt zeigt sich: Der Erreger wurde schon Ende April bei einem Frühchen nachgewiesen - das Gesundheitsamt aber erst im September informiert. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,797050,00.html
Morgen jagen wir das nächste Schwein durchs Dorf. Die Schätzungen der Todesfälle in Deutschen Kliniken wegen Multiresistenten Keimen in Deutschen Krankenhäusern reichen von über 10000 bis zu 70000 Fällen pro Jahr. Was für ein Buhei hier wegen ein paar Frühchen. Naja,vielleicht bewegt sich ja nun was.Aber Morgen...ach so ich sagte ja schon..
cassandros 10.11.2011
2. Es tickt ... und tickt
Zitat von BezahlerMorgen jagen wir das nächste Schwein durchs Dorf. Die Schätzungen der Todesfälle in Deutschen Kliniken wegen Multiresistenten Keimen in Deutschen Krankenhäusern reichen von über 10000 bis zu 70000 Fällen pro Jahr. Was für ein Buhei hier wegen ein paar Frühchen. Naja,vielleicht bewegt sich ja nun was.Aber Morgen...ach so ich sagte ja schon..
Eine extreme Ansicht, nicht? Aber jenseits des Einzelfalles - den man tragisch finden kann oder nicht - ist die Diskussion um resistente Krankheitserreger mehr als ernst und wird uns noch oft beschäftigen. Die Brisanz dieses Themas, das unter Umständen noch alle Finanzkrisen in den Schatten stellen wird, unterschätzen Sie massiv.
Bezahler 10.11.2011
3. Gewiss nicht
Zitat von cassandrosEine extreme Ansicht, nicht? Aber jenseits des Einzelfalles - den man tragisch finden kann oder nicht - ist die Diskussion um resistente Krankheitserreger mehr als ernst und wird uns noch oft beschäftigen. Die Brisanz dieses Themas, das unter Umständen noch alle Finanzkrisen in den Schatten stellen wird, unterschätzen Sie massiv.
Gewiss unterschätze Ich dieses Thema nicht. Ich bin nicht der, welcher die durchs Dorf getriebenen Schweine auswählt.Das wäre die Aufgabe von unseren ach so weit-und weltsichtigen Medien.Vielleicht wird jetz mal intensiver in dieses Thema eingestiegen.Wenn mal in der Sache soviel Papier bedruckt werden würde wie z.B. in der Causa "Guttenberg" dann,ja dann könnte der Tod dieser Kinder tatsächlich ein Stück weit einen Sinn bekommen.
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