Wasserstand weiter kritisch Behörde erwartet im Rhein nur eine kleine Welle durch Regen

Die Pegel in den Flüssen sind auf außergewöhnlich niedrigem Niveau. Der angekündigte Regen bringt laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt aber nur kurzzeitig Entspannung.
Frachtschiff auf dem Rhein bei Leverkusen: Pegelstände sind nicht zu verwechseln mit den deutlich tieferen Fahrrinnen

Frachtschiff auf dem Rhein bei Leverkusen: Pegelstände sind nicht zu verwechseln mit den deutlich tieferen Fahrrinnen

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Federico Gambarini / dpa

In weiten Teilen Deutschlands fällt heftiger Regen, der Wetterdienst spricht bereits von Überflutungsgefahr – doch auf den Wasserstand im Rhein wird der Niederschlag wohl nur geringe Auswirkungen haben. Experten erwarten lediglich eine kleine Welle steigender Wasserstände.

Die 14-Tage-Vorhersage deute weiter darauf hin, dass die Wasserstände über mehrere Tage bis Ende der nächsten Woche um etwa 50 Zentimeter steigen werden, teilte das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zur Niedrigwassersituation an Mittel- und Niederrhein mit.

Im Vergleich zum Vortag sei der Wasserstand dort auf einem relativ konstanten Niveau geblieben. Auch am Donnerstag hat es am Niederrhein noch Rückgänge auf Tiefststände gegeben. Nach dem Durchlauf der vom Oberrhein kommenden Welle ist nach Einschätzung des Amtes wieder mit sinkenden Wasserständen zu rechnen. Wie stark der Rückgang nach der Welle ausfallen werde, sei derzeit allerdings noch nicht absehbar, sagte ein Sprecher des Amtes.

Pegel Emmerich bei minus drei Zentimetern

Auch mit den etwa 50 Zentimeter mehr würden sich die Wasserstände voraussichtlich überwiegend noch weiter im Bereich eines mittleren Niedrigwassers bewegen. Dies sei noch keine langfristige Entspannung. Außergewöhnlich sei ein solches Niedrigwasser des Rheins bereits früh im Jahr, wie das Amt mehrfach erklärt hatte. Historisch betrachtet reiche die Niedrigwasserphase bis in den September und Oktober.

Die niedrigen Pegelstände beeinträchtigen die Schifffahrt, aufgrund der anhaltenden Trockenheit ist der Betrieb vielerorts bereits weitgehend eingestellt. In Emmerich – der nördlichsten Messstelle in Deutschland kurz vor der niederländischen Grenze – ist der Pegelstand derweil weiter gesunken. Er lag am Donnerstag auf einem Tiefstwert von minus drei Zentimetern. Das ist ein Zentimeter weniger als 24 Stunden zuvor.

Bereits am Montag war dort ein historischer Tiefstand und am Dienstag ein Pegelstand von null ermittelt worden. Die Pegelstände sind nicht zu verwechseln mit dem tiefsten Punkt im Fluss. Die Fahrrinnen für die Berufsschifffahrt sind deutlich tiefer als der Wasserstand laut Pegel. So hatte die Fahrrinne bei Emmerich am Donnerstag noch 1,93 Meter Tiefe.

Auch in Rees ist mit 37 Zentimetern am Donnerstagmorgen ein Tiefststand des Rheins ermittelt worden. Das sind drei Zentimeter weniger innerhalb von 24 Stunden. An dieser Messstelle südlich von Emmerich war der historische Rekord-Tiefstand, der aus dem Oktober 2018 stammte, am Dienstagmittag erstmals unterschritten worden.

apr/dpa
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