Kreta, Euböa, Athen Trockenheit, Hitze, Wind – in Griechenland brennen Dutzende Feuer

Nach heißen trockenen Wochen hat sich in Griechenland die Brandgefahr erhöht. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen überall im Land gegen Feuer. Die andere große Sorge: Erdbeben.
Löscharbeiten am Samstag in der Nähe von Athen

Löscharbeiten am Samstag in der Nähe von Athen

Foto: Michalis Karagiannis / imago images/ANE Edition

In Griechenland sind innerhalb von 24 Stunden 64 Wald- und Buschbrände ausgebrochen. Bislang konnten alle Feuer unter Kontrolle gebracht werden, teilte die Feuerwehr am Sonntag mit. Löschflugzeuge und Hubschrauber sowie Hunderte Feuerwehrleute und freiwillige Helferinnen und Helfer waren im Einsatz. Der griechische Zivilschutz warnte auch für Sonntag für Mittelgriechenland und die Insel Kreta vor Feuern. Für die Hälfte des Landes besteht demnach große Brandgefahr.

Der größte Brand loderte am Samstag auf der Insel Euböa. Das Feuer war aus bisher unbekannter Ursache in Wäldern in der Nähe des Ortes Nea Styra im Südteil der Insel ausgebrochen und hatte sich wegen starker Winde schnell ausgebreitet. Ein Dorf musste evakuiert werden. Ein Mann wurde festgenommen. Er soll versucht haben, vertrocknetes Laub und Baumzweige zu verbrennen. Auch auf dem Festland brannte es, unter anderem im Nordosten Athens sowie nahe der Hafenstadt Volos.

In Teilen Griechenlands herrschen seit zwei Wochen Temperaturen von 35 bis 40 Grad, zudem wehen starke Winde, die Feuer anfachen. Die Kombination aus Hitze und Winden führt in Griechenland jeden Sommer zu Waldbränden. 2018 waren bei einem Brand in dem Küstenort Mati nahe Athen 102 Menschen ums Leben gekommen.

Erdbebenserie bei Athen

In der Mitte des Landes beunruhigt zudem eine Serie kleinerer und mittelstarker Erdbeben die Menschen. Am Samstag und bis Sonntagmittag Ortszeit ereigneten sich Dutzende Beben der Stärke zwischen 3,0 und 4,3. Es gab auch mehrere kleinere Erdstöße. Gespürt wurden sie vor allem in der Region Böotien rund 40 Kilometer nordöstlich von Athen nahe Theben und auch in der griechischen Hauptstadt.

»Hier bebt die Erde alle zehn Minuten tagsüber und nachts«, beschrieb ein Frau im Fernsehen die aktuelle Situation. Einwohnerinnen und Einwohner befürchteten, dass die Serie ein viel stärkeres Beben ankündigen könnte. »Es ist ein ungewöhnliches Phänomen. Wir beobachten es«, sagte ein Sprecher des geodynamischen Instituts von Athen im Staatsrundfunk.

irb/AFP/dpa