Madagaskar Tropensturm tötet mindestens zehn Menschen

Der Zyklon »Batsirai« hat die vor Afrika liegende Insel Madagaskar schwer getroffen. Häuser wurden zerstört, rund 40.000 Menschen flüchteten in Notunterkünfte. Es gab Tote und Verletzte.
Wirbelsturm »Batsirai« vor Madagaskar mit Windgeschwindigkeiten von teils 235 km/h

Wirbelsturm »Batsirai« vor Madagaskar mit Windgeschwindigkeiten von teils 235 km/h

Foto: NASA EARTH OBSERVATORY HANDOUT / EPA

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 235 Kilometer pro Stunde hat der Zyklon »Batsirai« in Madagaskar schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens zehn Menschen fielen dem Tropensturm zum Opfer. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, Strommasten und Bäume knickten um. Rund 40.000 Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen, als der Wirbelsturm in der Nacht zum Sonntag über den ostafrikanischen Inselstaat hinwegfegte, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Vor allem der Osten und der Süden der Insel waren betroffen.

»Batsirai« hatte laut Wetterdienst am späten Samstagabend die Insel im Norden der Mananjary-Region mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 165 Kilometer pro Stunde erreicht und hatte sich dann bis zum Sonntagmorgen auf etwa die Hälfte abgeschwächt. Der Tropensturm kam von der Insel Mauritius, wo nach Angaben des Uno-Nothilfebüros (OCHA) mindestens ein Mensch ums Leben gekommen ist. Der französische Wetterdienst Météo-France warnte vor »einer sehr ernsten Bedrohung« für Madagaskar.

Überflutetes Haus in Fianarantsoa, Madagaskar

Überflutetes Haus in Fianarantsoa, Madagaskar

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS / REUTERS

Das Technische Hilfswerk (THW) reagierte nach eigenen Angaben auf ein internationales Hilfeersuchen aus Madagaskar und entsandte erste Hilfskräfte. Das Bundesinnenministerium habe auf Ersuchen des Auswärtigen Amtes dem THW den Einsatzauftrag zur Entsendung eines fünfköpfigen Vorausteams erteilt, teilte das THW am Abend in einer Erklärung mit. »Unser Team hilft, konkrete Bedarfe zu ermitteln und die Abläufe zu strukturieren«, erklärte THW-Präsident Gerd Friedsam.

Hilfsorganisationen befürchten nachhaltige Schäden, da die Menschen dort noch immer unter den verheerenden Zerstörungen eines vorangegangenen Wirbelsturms leiden. Erst Ende Januar hatte der Tropensturm »Ana« in Madagaskar gewütet. Mindestens 58 Menschen kamen ums Leben, die meisten in der Hauptstadt Antananarivo. Dieser Sturm fegte ebenfalls über Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia.

Der Süden von Afrika befindet sich derzeit in der sommerlichen Zyklon-Saison, die bis März oder April schwere Stürme und Niederschläge mit sich bringen kann. Viele Gebäude – darunter Schulen – und Felder wurden in den betroffenen Ländern zerstört, zahlreiche Menschen wurden obdachlos.

kig/kfr/afp/dpa
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