Tropensturm verwüstet Atoll "Praktisch vom Erdboden verschwunden"

Den Helfern bot sich ein schreckliches Bild der Verwüstung: Auf der Südseeinsel Niue steht kaum ein Stein mehr auf dem anderen. Nachdem der Tropensturm "Heta" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern über das Eiland gefegt ist, haben die Inselbewohner nun Erste Hilfe aus der Luft erhalten.




Auto- und Haustrümmer: Kein Stein steht mehr auf dem anderen
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Auto- und Haustrümmer: Kein Stein steht mehr auf dem anderen

Wellington - Vereinzelt wehen zerfetzte Palmen im Wind, von den Häusern sind nur ein paar Mauerreste übrig geblieben, die einsam in den Himmel ragen. Autos stapeln sich wie Bausteine - sie wurden aus den Garagen geschwemmt. Der erste Zyklon der Saison hat die kleine Koralleninsel in der Nacht zu Mittwoch komplett verwüstet.

Helfer der neuseeländischen Luftwaffe kamen den Insulanern mit Medikamenten, Decken und Generatoren zu Hilfe. Wie neuseeländische Medien berichten, seien 200 der rund 1500 Einwohner durch den Sturm obdachlos. Ein Dorf in der Nähe der Hauptstadt Alofi soll nach Angaben von Niues Hochkommissar von Neuseeland, Hima Takelesi, "praktisch vom Erdboden verschwunden" sein.

Eine Frau kam durch "Heta" ums Leben, ihr kleiner Sohn wurde mit schweren Verletzungen in ein neuseeländisches Krankenhaus ausgeflogen. Durch herab stürzende Trümmer wurden auch zahlreiche andere Inselbewohner verletzt. Auf der Insel können Verletzte nicht mehr intensiv behandelt werden - das einzige Krankenhaus von Niue wurde zerstört.

Niue ist ein nur 260 Quadratkilometer großes Atoll rund 2700 Kilometer nordöstlich von Neuseeland. Die ehemalige neuseeländische Kolonie wird von Wellington verwaltet.



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