Trotz Rüge Niemetz darf wieder moderieren

Ganz ungeschoren kommt er nicht davon, aber die Zwangspause auf dem Bildschirm ist für den "heute-journal"-Moderator Alexander Niemetz aufgehoben. Ab der kommenden Woche wird er wieder im ZDF zu sehen sein.


Hamburg - Das ZDF hat die Vorwürfe gegen den Moderator geprüft und dabei festgestellt, "dass sich keine substanziellen Anhaltspunkte für eine persönliche Vorteilsnahme oder eine Beeinflussung des ZDF-Programms durch eine ungenehmigte PR-Nebentätigkeit ergeben haben". Eine Rüge fing sich der 56-Jährige allerdings trotzdem ein: wegen "Verstößen gegen die Nebentätigkeitsregelung" wie die nicht genehmigte Moderation von Veranstaltungen oder Vorträgen.

Alexander Niemetz ist bald wieder auf Sendung
DPA

Alexander Niemetz ist bald wieder auf Sendung

Intendant Dieter Stolte hatte den seit 1979 beim ZDF angestellten Niemetz am 14. April von der Moderation der Nachrichtensendung "heute-journal" vorläufig entbunden, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, Niemetz habe für eine Hamburger PR-Agentur gearbeitet. Die Agentur Roba-Press hatte bei Niemetz und seiner Frau nachgefragt, an einem PR-Konzept für drei Kliniken des Konzerns "Asklepios" mitzuwirken. Niemetz hatte betont, er habe nie Geld von der Agentur angenommen.

Im Rahmen der Überprüfung beim ZDF ging es nicht nur um Roba-Press, sondern auch um andere Nebentätigkeiten von Niemetz, die er sich vom ZDF genehmigen lassen muss. Das ZDF wollte sich am Dienstag nicht dazu äußern, welche Verstöße bei Nebentätigkeiten "missbilligt" worden seien. Bereits vor rund acht Jahren war bekannt geworden, dass Niemetz für die Bahn und Opel Veranstaltungen moderiert und für die Post die Parodie "Post Journal" präsentiert hatte.

Wie das ZDF weiter mitteilte, wird Niemetz die Moderation des "heute-journal" nach der Dienstplaneinteilung der Chefredaktion wieder aufnehmen. Der Plan sehe einen Einsatz in der Woche vom 1. Mai an vor. Der Vertrag von Niemetz als stellvertretender Leiter des "heute-journals" läuft Ende des Jahres aus. Der neue ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender möchte angeblich in der Sendung gern eine Frau einsetzen.



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