True Crime ist ein Verbrechen – gegen den guten Geschmack

Reale Morde sorgen für exzellente Verkaufszahlen – was stimmt nicht mit den Leuten?

Dieser Beitrag wurde am 07.02.2020 auf bento.de veröffentlicht.

True Crime boomt seit Jahren. Seit dem Erfolg des US-amerikanischen "Serial"-Podcasts sind auch in Deutschland zahllose Formate über wahre Verbrechen an den Start gegangen. Serien, Podcasts, Magazine, Filme, Bücher, die Nachfrage ist groß und die Leute lesen die blutigen und schockierende Geschichten in der Badewanne, hören sie am Strand und in der U-Bahn.

In einem Land, das sich einmal pro Jahr eine alberne Debatte über die Gefahr von "Killerspielen" liefert, sorgen Erzählungen über Mord und Vergewaltigung für grandiose Verkaufszahlen.

Einige der True-Crime-Serien ("Der Unglücksbringer" und "Unbelievable") haben sich der Aufklärung von Justizskandalen verschrieben, oder wollen neuen Schwung in alte Ermittlungen bringen. Im Podcast "Death in Ice Valley" wurden die Hörerinnen und Hörer sogar miteinbezogen und konnten Fotos der Hinweise und Dokumente selbst in einem Internetforum einsehen. 

Wieso stehen vor allem Frauen so auf True Crime?

Doch viel zu oft setzen True-Crime-Formate auf Voyeurismus und Schock. Die Nacherzählungen glorifizieren den Täter – wie beispielweise den Serienmörder Ted Bundy in der aktuellen Verfilmung mit Zac Efron – während sie die Opfer und deren Angehörige in den Hintergrund drängen. Und obwohl es laut polizeilicher Kriminalstatistik in Deutschland immer sicherer wird, steigt heutzutage die Angst vor Verbrechen. 

Im Video oben erfährst du mehr darüber, warum der True-Crime-Hype ein fraglicher Trend ist. 

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