Tschechien Mindestens fünf Tote bei Grubenunglück

In einem Steinkohlebergwerk in der tschechischen Stadt Karvina ist es in 800 Meter Tiefe offenbar zu einer Explosion gekommen. Mehrere Menschen starben.

Rettungskräfte bei dem Bergwerk in Karvina, Tschechien
DPA

Rettungskräfte bei dem Bergwerk in Karvina, Tschechien


Bei einem Grubenunglück in einem tschechischen Steinkohlebergwerk sind mindestens fünf Arbeiter ums Leben gekommen. Es gebe mindestens zehn Verletzte und acht Vermisste, sagte ein Sprecher des Betreibers OKD.

Nach ersten Erkenntnissen entzündete sich in dem Bergwerk in der Stadt Karvina ein Luft-Methangas-Gemisch. Es kam in einer Tiefe von schätzungsweise rund 800 Metern zu einer Schlagwetterexplosion. Dabei tritt das in Kohleflözen eingeschlossene Methangas aus und entzündet sich.

Die Grubenwehr suchte in der Tiefe nach möglichen Opfern und Überlebenden. Viele der in der Grube beschäftigten Bergarbeiter stammten aus Polen.

Das Bergwerk nahe der Stadt Karvina, rund 300 Kilometer östlich von Prag, ist seit 1968 in Betrieb und wurde vor einigen Jahren modernisiert. Die Stollen liegen in einer Tiefe von bis zu 1100 Metern.

"Vorweihnachtliche Tragödie"

Das Unglück sei eine große vorweihnachtliche Tragödie, sagte der Bürgermeister der angrenzenden Gemeinde Stonava, Ondrej Feber, der Onlineausgabe der Zeitung "Pravo".

Der Bergwerksbetreiber OKD ist seit April wieder im Besitz des tschechischen Staates. Die Regierung in Prag hatte den Betrieb nach der Insolvenz für umgerechnet rund drei Millionen Euro übernommen. Das Unternehmen beschäftigt in der strukturschwachen Region rund 9500 Menschen. In diesem Jahr wurden rund fünf Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.

jpz/dpa/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.