Zerstörung durch Tsunami Hilfe für Salomonen läuft schleppend an

Ein Dorf wurde fast komplett zerstört, mindestens neun Menschen starben: Ein Tsunami hat auf den Salomonen schwere Verwüstungen angerichtet. Hilfe kommt nur schleppend an - die Landebahn des Flughafens war wegen herumliegender Trümmer unbenutzbar.

AFP/WORLD VISION

Honiara - Nach dem schweren Erdbeben und einem Tsunami erreichen Hilfsmannschaften nur langsam die betroffenen Gebiete auf den Salomonen. Die Abgelegenheit des betroffenen Gebietes etwa 600 Kilometer von der Hauptstadt Honiara entfernt erschwere die Hilfsarbeiten, teilte das Rote Kreuz der Salomonen am Donnerstag mit. Hilfskräfte konnten erst in die betroffene Region aufbrechen, nachdem Trümmer von der Landebahn des Flughafens Richtung weggeräumt worden waren.

Die Zahl der Toten stieg auf mindestens neun. Sechs von ihnen wurde laut einem Sprecher des Premierministers zum Verhängnis, dass sie nicht schnell genug vor der Welle fliehen konnten. Es handelt sich um fünf ältere Dorfbewohner und ein Kind. Die Opferzahl wird voraussichtlich weiter nach oben korrigiert werden müssen. "Es deutet sich an, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird", sagte ein Vertreter des Roten Kreuzes. Einige Personen werden noch vermisst.

Dutzende Nachbeben hielten die Bewohner davon ab, sich wieder in Küstennähe zu begeben. "Die Leute haben Angst, zurückzukehren, weil nichts mehr da ist, und wohnen deshalb in Notunterkünften", sagte ein Regierungssprecher. Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Vision, der vor Ort im Einsatz war, berichtete, in der Stadt Venga seien die Häuser durch die Flutwelle um zehn Meter verschoben worden. Im Dorf Nela seien 95 Prozent der Behausungen zerstört.

Das Erdbeben der Stärke 8,0 ereignete sich am Mittwochmorgen nahe den zu den Salomonen gehörenden Santa-Cruz-Inseln. Anschließend erreichte eine etwa einen Meter hohe Flutwelle die Salomonen, wo die Welle etwa hundert Häuser in fünf Dörfern zerstörte. Auch in Vanuatu und Neukaledonien stieg der Meeresspiegel an, auf der japanischen Inselkette Ogasawara wurde eine 20 Zentimeter hohe Welle gemessen.

Die Salomonen bestehen aus mehr als 200 Inseln und haben etwa 552.000 Einwohner.

ulz/AFP



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