Tsunami befürchtet Schwere Erdbeben erschüttern Asien

Angst vor gewaltigen Wellen: Ein schweres Erdbeben im Indischen Ozean löste vorübergehend eine Tsunami-Warnung aus. Auch in Japan verzeichneten die Behörden eine starke Erderschütterung - und befürchten die Entstehung von Flutwellen.

Hamburg - Der Großraum Tokio ist am Dienstagmorgen (Ortszeit) von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Die Meteorologische Behörde in Japan gab die Stärke des Bebens in der Provinz Shizuoka mit 6,6 an.

Japanischer Schnellzug Shinkansen: Betrieb aufgrund des Bebens vorübergehend eingestellt

Japanischer Schnellzug Shinkansen: Betrieb aufgrund des Bebens vorübergehend eingestellt

Foto: STR/ AFP

Die Behörde gab eine Tsunami-Warnung heraus. Das Zentrum des Bebens lag in 20 Kilometern Tiefe in der Suruga-Bucht, etwa 150 Kilometer südwestlich von Tokio. In der japanischen Hauptstadt gerieten Möbel und Wände ins Wanken.

Größere Schäden entstanden offenbar nicht, über mögliche Verletzte gab es zunächst keine Angaben: Die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete von insgesamt drei Bränden in der Provinz, ohne weitere Details zu nennen. Fernsehbilder zeigten, wie in der gleichnamigen Provinzhauptstadt Shizuoka mehr als eine Minute lang die Erde bebte.

Zwei Reaktoren des Atomkraftwerkes Hamaoka wurden als Vorsichtsmaßnahme abgeschaltet, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Die Behörden sperrten eine Autobahn, Züge in der betroffenen Region stoppten und wurden Sicherheitsüberprüfungen unterzogen.

Die Bahn stellte den Betrieb des Shinkansen-Schnellzugs ein. Die Regierung in Tokio richtete im Büro des Ministerpräsidenten einen Krisenstab ein. Der Rundfunksender NHK berichtete, an der Küste bei Yaizu sei eine leichte Zunahme von Wellen mit einer Höhe von etwa 30 Zentimetern verzeichnet worden.

Erst am Sonntag hatte ein Beben der Stärke 6,9 Tokio und Umgebung erschüttert. Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

Weiteres Beben im Indischen Ozean

Der Geologische Dienst der USA meldete zur etwa zur gleichen Zeit ein Beben der Stärke 7,6 im Indischen Ozean und warnte zunächst ebenfalls vor möglichen Tsunamis. Die Behörden in Indien, Birma, Indonesien, Thailand und Bangladesch wurden aufgefordert, sich auf mögliche Flutwellen vorzubereiten ("Tsunami Watch"). Etwa zwei Stunden später hoben die Behörden die Warnung jedoch wieder auf.

Das Beben ereignete sich etwa 260 Kilometer vor der zu Indien gehörenden Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren. Das Epizentrum lag rund 30 Kilometer unter der Erdoberfläche. Nach Angaben des Geologischen Dienstes der USA beträgt die Entfernung des Epizentrums 365 Kilometer bis zur Küste Myanmars, 825 Kilometer bis Bangkok.

Die Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren wurde vom Tsunami Ende 2004 hart getroffen. Damals wurde die verheerende Flutwelle von einem Beben vor der indonesischen Insel Sumatra ausgelöst. Bei der Tsunami-Katastrophe 2004 starben mehr als 220.000 Menschen, die meisten von ihnen in der nordindonesischen Provinz Banda Aceh.

wit/AP/Reuters//AFPdpa
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