Tsunami-Gefahr Panik nach Seebeben in Indonesien

Ein starkes Seebeben im Indischen Ozean hat die indonesische Insel Sulawesi erzittern lassen. Die Insulaner fürchten sich nun vor einem Tsunami. Ob die Gefahr einer Monsterwelle derzeit besteht, ist allerdings unklar.


Sulawesi - Um 19.27 Uhr Ortszeit (12.27 Uhr MEZ) bebte die Erde unter der Molukken-See, rund 165 Kilometer südöstlich von Manado, der Provinzhauptstadt der indonesischen Insel Sulawesi: ein Seebeben, das auch die Insel selbst erzittern ließ, wie das Seismologische Institut in Jakarta mitteilte. Menschen rannten aus ihren Häusern, manche Gebäude stürzten ein, Panik machte sich breit: Würde gleich ein Tsunami auf die Insel zurollen?

Die Angaben waren zunächst widersprüchlich: Die erst ausgegebene Tsunami-Warnung wurde wenig später widerrufen, meldete die Nachrichtenagentur AFP. Die Erdstöße könnten einen Tsunami auslösen, warnten hingegen Experten, berichtete Reuters später. Zuletzt hieß es, die Behörden hätten Entwarnung gegeben: Ein Tsunami sei nicht zu erwarten, teilte die indonesische Meteorologiebehörde nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mit.

Auch über die Stärke des Bebens herrschte zunächst Unklarheit: Die indonesische Meteorologiebehörde sprach von 6,5 auf der Richter-Skala, die Erdbebenexperten der US-Geologie-Behörde registrierten 7,3, das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii maß 7,6 und warnte vor der Möglichkeit eines Tsunami. "Erdbeben dieser Stärke können lokale Tsunamis auslösen, die die Küste im Umkreis von einigen Hundert Kilometern zerstören können", hieß es in der Mitteilung aus Hawaii.

Fernsehsender berichteten, dass durch das Beben an mehreren Gebäuden Risse enstanden und einige Häuser eingestürzt seien. Über Opfer wurde bislang nichts bekannt. Am 26. Dezember 2004 hatten Tsunami-Flutwellen in Südostasien, die von einem Seebeben im Indischen Ozean ausgelöst wurden, rund 220.000 Menschen in den Tod gerissen. Am schwersten betroffen war die indonesische Halbinsel Aceh.

fba/AFP/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.