Tsunami-Katastrophe Hilfsgüter hängen in Häfen fest

Fünf Monate nach der Flutkatastrophe in Südostasien liegen einem Zeitungsbericht zufolge Hunderte Container mit Hilfsgütern noch immer in den Häfen fest. Es fehlten die nötigen Einfuhrpapiere, hieß es.


Colombo - Wie die "Financial Times" heute berichtet, befänden sich allein auf Sri Lanka ein Viertel aller Hilfsgüter nach wie vor im Hafen von Colombo und könnten nicht an die Bedürftigen ausgeliefert werden. Die örtlichen Behörden erklärten, es gebe bürokratische Probleme. Auch seien die zuständigen Stellen, die mit der Verteilung der dringend benötigten Hilfsgüter beauftragt wurden, mit der Menge der Spenden überfordert.

In Indonesien stecken laut "Financial Times" derweil 1500 Container im Hafen von Medan fest. Auch hier fehlten vielfach die Einfuhrpapiere. Gert Venghaus, Einsatzkoordinator des Internationalen Roten Kreuzes, sagte der Zeitung, die aktuellen Probleme unterstrichen die Bitte der Helfer, Geld zu spenden und keine Sachgüter. Andere Hilfsorganisationen begründeten den verzögerten Abtransport der Hilfsgüter damit, dass jeder einzelne Container von einem Zollbeamten geprüft werden müsse. Die Beamten kämen jedoch bei der Menge der Hilfslieferungen mit ihrer Arbeit nicht nach.

Einer neuen Studie des US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology zufolge sind 70 Prozent der Verzögerungen durch die ständig wechselnden und unberechenbaren Zollbestimmungen in der Region ausgelöst worden.



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