Türkei Trauer um Erdbebenopfer

In der Türkei wurde der Opfer des verheerenden Erdbebens vor einem Jahr gedacht, bei dem 17.000 Menschen ums Leben kamen. Allein auf dem Friedhof der Stadt Gölcük versammelten sich 2000 Trauernde. In Nordanatolien erschütterte ein neues Beben die Erde.


In Gölcük starben bei dem Erdbeben im vergangenen Jahr rund 5000 Menschen
AP

In Gölcük starben bei dem Erdbeben im vergangenen Jahr rund 5000 Menschen

Gölcük - Das relativ leichte Erdeben an der Schwarzmeerküste wurde von der Sternwarte Kandilli mit einer Stärke von 4,0 auf der Richterskala angeben. Aus der Region lagen noch keine Berichte über Opfer oder Schäden vor.

Fernab der neuen Erdstöße trauerten tausende in Gebeten, bei Friedhofsbesuchen, aber auch mit Demonstrationen um die 17.000 Opfer vom 17. August des vergangenen Jahres. Um 03.02 Uhr hatte das Beben mit einer Stärke von 7,4 auf der Richterskala den Nordwesten der Türkei erschüttert. Dabei wurden fast 50.000 Menschen verletzt und mehr als 130.000 Wohnhäuser zerstört. Viele Menschen in Gölcük weinten hemmungslos, während andere am Jahrestag ihren Unmut über die Regierung und die zögerliche Hilfe nach der Katastrophe äußerten.

Viele Trauernde trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Stellt die Verantwortlichen vor Gericht". Ein Großteil der Überlebenden macht Behörden, die die schludrige Bauweise der Häuser zuließen, und die langsame Reaktion der Regierung in den ersten 24 Stunden nach dem Beben für die hohe Zahl der Opfer verantwortlich. Bisher wurde noch niemand verurteilt.

In Ankara kündigte Ministerpräsident Bülent Ecevit weitere Hilfe für die Opfer und mehr Maßnahmen für die Region an, um dort die Schäden zu beseitigen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.