TV-Comedy Muss Raabs Produktionsfirma zahlen?

Ärger für ProSieben-Entertainer Stefan Raab: Bei der Produktionsfirma Brainpool traf jetzt eine dicke Rechnung ein ­ 1,043 Millionen Mark, 100 Prozent Strafzuschlag inklusive, verlangt RTL für das Zitieren von RTL-Sendungen in der Ulksendung "TV Total".


Stefan Raab
ProSieben

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Hamburg - Mit dem Verweis auf den Bundesgerichtshof, der im Fall von "Kalkofes Mattscheibe" die Gratisverwertung solcher TV-Schnipsel erlaubte, will Brainpool die Zahlung ablehnen ­ merkwürdigerweise aber zahlen die Kölner bei anderen Sendern längst für Material.

So kassiert der NDR bei der Lizenzierung für "TV Total" einen Minutenpreis von 2000 bis 2500 Mark. "Die melden das meistens ordentlich an", so Gerd Richter-Kiewning vom NDR-Ableger FernsehAllianz. Zitiert Raab ohne Genehmigung aus dem öffentlich-rechtlichen Programm, ist ein Aufschlag fällig. Man könne auf Grund der Zahlungen auf eine "gewisse Schuldeinsicht" von Brainpool schließen, sagt RTL-Informationsdirektor Hans Mahr, "aber das soll der Richter klären".

Somit drohen der ohnehin gebeutelten Brainpool AG, die im ersten Quartal 2001 bei 28,1 Millionen Mark Umsatz einen Betriebsverlust von 6,4 Millionen machte, neue Lasten. Erst jüngst hatte die Firma mit der gescheiterten Programmzeitschrift "TV Total" knapp 30 Millionen verloren. Immerhin haben sich die Quoten der Raab-Show, in der Prominente des Gewerbes wie Verona Feldbusch auftreten, nach einer Talfahrt etwas gefangen.



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