Über 500 Passagiere Fährschiff sank vor Paros

Beim Untergang einer Fähre vor der griechischen Urlaubsinsel Paros sind mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. 46 Insassen werden noch vermisst.


Athen - Die Fähre "Express Samina" sei am Dienstag mit 510 Passagieren und Seeleuten an Bord drei Kilometer vor Paros auf ein Riff gelaufen, leck geschlagen und gesunken, sagte Andreas Sirigos, Chef der griechischen Küstenwache. Zahlreiche Schiffe, darunter Kriegsschiffe der britischen Marine, eilten zu der Unglücksstelle. Die Briten bargen zwölf Schiffbrüchige. "Die See ist ziemlich rau. Sie suchen weiter die Klippen und die See ab", sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums.

Mitglieder des britischen Kriegsschiffes "Invincible" kümmern sich um gerettete Passagiere der "Express Samina"
REUTERS

Mitglieder des britischen Kriegsschiffes "Invincible" kümmern sich um gerettete Passagiere der "Express Samina"

Überlebende berichteten, die Fähre sei innerhalb von 45 Minuten gesunken, nachdem sie auf das Portes-Riff gelaufen sei. Dieses Felsenriff befindet sich auf den Seekarten und ist mit einem Leuchtfeuer markiert. Der Küstenwache konnte sich nicht erklären, warum die Fähre dennoch darauf auflief. "Man muss blind sein, um es nicht zu sehen", sagte Sirigos. Die Ermittlungen würden auch der Frage nachgehen, warum die Besatzung 20 Minuten benötigte, um die Küstenwache zu alarmieren.

Ein Schiffsoffizier sagte, die Evakuierung sei ordentlich verlaufen. Passagiere sprachen dagegen von Panik an Bord. "Das Schiff brach auseinander und sank", beschrieb einer die Katastrophe. "Da klammerten sich Leute an die Reeling. Kinder weinten und Alte schrien. Ich sprang herunter, drehte mich nach 50 Metern um, und das Schiff war weg."

Nach Angaben der Küstenwache seien insgesamt 430 Schiffsinsassen in dem Gesundheitszentrum auf Paros registriert worden. Sirigos rief alle Überlebende auf, sich dort zu melden. "Das Problem sind Einwohner von Paros, die einfach nach Hause gegangen sind, ohne sich beim Zentrum zu melden. Wir gehen ebenso in jedem Hotel von Zimmer zu Zimmer." Nach Angaben der Reederei Minoan Flying Dolphins waren 447 Passagiere und 63 Besatzungsmitglieder auf der "Express Samina".

Ein Hafenbeamter in Paros erlitt einen tödlichen Herzinfarkt, als er die Nachricht von dem Unglück erhielt.



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