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Bundesstaat Paraná Tote bei Überschwemmungen in Brasilien

Im brasilianischen Bundesstaat Paraná herrscht wegen extremen Hochwassers der Ausnahmezustand. Mindestens zehn Menschen sind bereits gestorben, Zehntausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Betroffen ist auch der WM-Spielort Curitiba.

Curitiba - Durch Überschwemmungen sind in Südbrasilien mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals "G1" haben starke Regenfälle im Bundesstaat Paraná dazu geführt, dass der Rio Iguazú über seine Ufer tritt. Das Hochwasser erstreckt sich bis Paraguay und Argentinien.

Aus der Hauptstadt des Bundesstaats, Curitiba, seien fast 500 Einwohner in Sicherheit gebracht worden, teilten die Behörden mit. In der Arena Da Baixada von Curitiba soll am 16. Juni die WM-Begegnung Nigeria gegen Iran stattfinden, eine Woche darauf das Spiel Spanien gegen Australien.

Von den Überschwemmungen nach schweren Unwettern sind nach Behördenangaben rund eine halbe Million Einwohner betroffen. Rund 33.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Höchster Wasserstand der Geschichte

Die enormen Wassermengen haben Auswirkungen auf den Paraná-Fluss, in den der Rio Iguazú mündet, sowie auf das gesamte Gebiet Alto Paraná in Paraguay. Die Iguazú-Wasserfälle im Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay hatten bereits am Montag den höchsten Wasserstand erreicht, der jemals verzeichnet wurde. Die Fließmenge liege beim 36-fachen des Normalen, berichtet die Zeitung "Clarín". Wegen der Überschwemmungen wurde der Park vorübergehend geschlossen, am Mittwoch aber teilweise wieder freigegeben.

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Flut nach Unwetter: Tote bei Hochwasser in Brasilien

Foto: STRINGER/ARGENTINA/ REUTERS

In Paraguay und Argentinien werden Vorkehrungen für die drohenden Überschwemmungen durch den Rio Paraná getroffen. In den nächsten Tagen wird der Höchststand des Paraná im Süden Paraguays erwartet, wie die Zeitung "ABC Color" berichtete.

Bis Mittwoch mussten in Paraguays Hauptstadt Asunción bereits rund 150.000 Menschen ihre Häuser verlassen, nachdem tagelange Regenfälle auch den Río Paraguay über die Ufer treten ließen. Eine Einwohnerin aus dem Stadtteil Banado Sur, Ana de Martínez, berichtete, wie die Wassermassen "so schnell" angestiegen seien, dass "wir keine Zeit mehr hatten, irgendetwas zu tun, irgendetwas wegzuschaffen". Das Viertel wurde vom Río Paraguay völlig überspült.

rls/dpa/AFP
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