Region Luhansk Mindestens neun Tote nach Waldbränden in der Ostukraine

Nahe der Front in der Ostukraine wüten nach langer Trockenheit schwere Waldbrände. Mehrere Menschen kamen ums Leben, ein Grenzposten wurde geschlossen. Munitionsreste und Minen erschweren die Löscharbeiten.
Löscharbeiten an einem Haus in der Region Luhansk (Bild vom Vortag)

Löscharbeiten an einem Haus in der Region Luhansk (Bild vom Vortag)

Foto: HANDOUT / AFP

Bei Waldbränden im Kriegsgebiet im Osten der Ukraine sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. 14 Verletzte wurden mit Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht, teilte der Zivilschutz mit.

Nach Angaben des Innenministeriums kämpfen Feuerwehr und Militär seit Mittwoch gegen rund 150 Brände in der Region Luhansk, die sich teilweise unter der Kontrolle prorussischer Rebellen befindet.

Auch der Übergang in das Separatistengebiet bei der Ortschaft Stanyzja Luhanska wurde inzwischen laut übereinstimmenden Berichten geschlossen. Ursache ist der Nachrichtenagentur AFP zufolge, dass die Flammen mehrere Minen in der Nähe des Grenzpostens zur Explosion gebracht hätten. Ein Video des Grenzschutzdienstes soll zeigen, wie die Flammen derweil auch auf den Kontrollpunkt selbst übergriffen.

Minen- und Munitionsreste erschweren Löscharbeiten

Mehr als 9300 Hektar in der Nähe der Frontlinie seien bereits abgebrannt, rund 250 Häuser beschädigt worden, hieß es vom Zivilschutz. Mehr als 1500 Feuerwehrleute seien mit schwerer Technik im Einsatz. Das Präsidialamt in Kiew erklärte, die Ursache für die Brände und deren rasche Ausbreitung müssten untersucht werden. Das Land litt in diesem Jahr schon unter mehreren Hitzewellen und anhaltender Trockenheit, wodurch sich die Gefahr von Waldbränden erhöht.

Die Arbeit ist gefährlich: Im September wurden bei Löscharbeiten mindestens drei Retter durch Explosionen von Munitionsresten und Minen getötet. Aus Furcht vor Beschuss durch prorussische Separatisten hatten die ukrainischen Behörden auch mit dem Einsatz von Löschflugzeugen gezögert. Inzwischen gibt es eine Garantie der Separatisten, dass die Flugzeuge ohne Bedenken eingesetzt werden könnten.

2014 hatten sich Teile der Gebiete Luhansk und Donezk unweit der russischen Grenze von Kiew losgesagt. Nach Uno-Schätzungen wurden in dem Konflikt zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten bislang mehr als 13.000 Menschen getötet. Seit Ende Juli wird eine neue Waffenruhe weitgehend eingehalten.

fek/dpa/AFP
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