Weniger Feinstaub und Verletzungen Umwelthilfe fordert vollständiges Böllerverbot

Nicht nur der Verkauf von Feuerwerk solle verboten werden, sondern auch das Zünden: Das fordert die Deutsche Umwelthilfe für kommendes Silvester. Die Luftbelastung sei nach der Nacht auf Freitag immer noch zu hoch gewesen.
Ein Mann zündet in Brandenburg einen Böller am Silvesterabend an

Ein Mann zündet in Brandenburg einen Böller am Silvesterabend an

Foto: Patrick Pleul / dpa

Zwar hätten sich die Feinstaubwerte und die Zahl der Verletzten dank der Verkaufsverbote im Vergleich zum Vorjahr stark reduziert, die Luftbelastung sei aber vor allem dort immer noch deutlich zu hoch, wo keine konkreten Verbotszonen oder Ausgangssperren verhängt worden seien. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht eine gemischte Silvesterbilanz – und fordert ein vollständiges Böllerverbot für das Ende dieses Jahres.

»Wir brauchen im kommenden Jahr neben einem Verkaufs- auch ein Anwendungsverbot, damit die Menschen in Deutschland wirklich keine giftige Luft mehr atmen müssen oder schwer verletzt werden«, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. »Böllerverbote schützen Leben und Gesundheit.«

Die Umwelthilfe hatte in diesem Jahr dazu aufgerufen, auf alternative Silvesterbräuche zu setzen, auf alte Traditionen oder Bräuche aus anderen Ländern: Dazu zählten das gemeinsame Backen von Gebäckkränzen oder Stutzwecken, das tschechische Apfelorakel oder das Essen von zwölf Weintrauben um Mitternacht, eine Tradition aus Spanien. Viele Menschen hätten zudem Geld gespendet, statt es in Böller zu investieren.

In Deutschland wirkten in der Silvesternacht viele Straßen wie leergefegt, es waren deutlich weniger Menschen unterwegs als sonst am 31. Dezember. Wegen der Corona-Pandemie war der Verkauf von Feuerwerk bundesweit verboten, um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen. Vielerorts wurden Böller-Verbotszonen eingerichtet.

Geböllert wurde aber trotzdem, und es kam auch zu einigen Unfällen mit Feuerwerkskörpern: In Brandenburg kam ein 24-Jähriger ums Leben, ein 63-Jähriger verlor eine Hand. Auch im französischen Elsass starb ein junger Mann beim Zünden eines Böllers.

lov/dpa
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