Unerwünschter Fluggast Kennedy unter Terrorverdacht

Es ist ein Prominentenschicksal der ungewöhnlichen Art: Weil sein Name auf einer Liste potenzieller Terroristen steht, gerät US-Senator Edward Kennedy an Flughäfen immer öfter in Anti-Terror-Kontrollen – und beschwerte sich jetzt entnervt bei den amerikanischen Behörden.

Washington - Der einflussreiche demokratische Senator Edward Kennedy hat ein Problem: Schon mehrfach hinderten Sicherheitskräfte an US-Flughäfen ihn an der Weiterreise. Allein im März dieses Jahres sei er dreimal in Washington und Boston gestoppt worden, berichtete der Bruder des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

In Boston habe sich ein Angestellter der Fluggesellschaft US Airways schlicht geweigert, ihm ein Ticket auszustellen, weil sein illustrer Name "auf einer Liste" stehe. Auf die Frage, um welche Art von Liste es sich dabei handelt, erhielt der Politiker aus Massachusetts keine Antwort. Erst als ein Vorgesetzter des übereifrigen Mitarbeiters Kennedy erkannte, konnte der verärgerte Senator an Bord seiner Maschine gehen.

Kennedy beschwerte sich daraufhin bei der Behörde für Verkehrssicherheit (TSA). Aber hier blieb man offenbar untätig, denn Kennedy wurde noch zwei weitere Male von US Airways am Einchecken gehindert.

Deshalb nutzte der Politiker nun eine Anhörung vor dem Rechtsausschuss des Senats, um seinem Ärger Luft zu machen. In der Versammlung sollte geklärt werden, ob die von Fluggesellschaften geführten Listen mit Namen von Terrorverdächtigen künftig zentral von der Regierung verwaltet werden sollen. Kennedy schilderte den Anwesenden seine Erfahrungen mit der Liste und fragte Staatssekretär Asa Hutchinson vom Heimatschutzministerium, wie wohl ein gewöhnlicher Amerikaner behandelt werde, wenn schon ein Abgeordneter mehrere Wochen brauche, um seinen Namen von der Liste streichen zu lassen.

Hutchinson entschuldigte sich für den Vorfall. Heimatschutzminister Tom Ridge rief Kennedy persönlich an, um sich zu vergewissern, "dass die Situation geklärt sei", sagte eine Sprecherin des Ministers.

Ein Sprecher Kennedys versicherte, der Senator glaube, dass seine Probleme auf einem Fehler beruhen und die Angelegenheit nicht politisch motiviert ist. Der Demokrat ist ein scharfer Kritiker von Präsident George W. Bush und dessen Irak-Kriegspolitik.

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