Unglück auf offener Strecke U-Bahn-Kollision in Washington - mehrere Tote

Schweres Unglück in Washington: Eine U-Bahn ist auf einer stark befahrenen Strecke entgleist und in einen anderen Zug gefahren. Der Metro zufolge gab es mindestens vier Tote und viele Verletzte - der Zwischenfall ereignete sich mit hohem Tempo zwischen zwei Haltstellen.


Unglückstelle in Washington: Züge übereinander geschoben
AP

Unglückstelle in Washington: Züge übereinander geschoben

Washington - Es war gerade Rushhour auf der nördlichen Red Line zwischen Washington und dem Bundestaat Maryland - da passierte das Unglück. Eine stadteinwärts fahrende U-Bahn kollidierte aus bisher nicht geklärten Gründen mit einem vorausfahrenden Zug. Beide Wagen schoben sich mit hohem Tempo übereinander, auf dem oberirdischen Teilstück zwischen den Stationen Takoma Park und Fort Totten.

Washingtons Bürgermeister Adrian Fenty sagte, es seien mindestens vier Tote zu beklagen - darunter ist Reportern zufolge eine Zugführerin. Es ist das schwerste Metro-Unglück in der Geschichte der US-Hauptstadt. Mehr als 40 Menschen seien verletzt in Kliniken gebracht worden, mehrere davon in lebensgefährlichem Zustand.

Rettungsmannschaften versuchten nach dem Unfall, Passagiere mit schwerem Gerät aus den deformierten U-Bahn-Wagen zu retten, in denen sie eingeschlossen waren. Rettungswagen fuhren reihenweise vor, Menschen mit Brüchen und mit Halskrausen wurden auf Tragen weggebracht. Rettungshubschrauber flogen Verletzte in Krankenhäuser.

Die beiden kollidierten Bahnen waren auf demselben Gleis stadteinwärts unterwegs. Die vordere wartete auf grünes Licht, weil in der Station Fort Totten gerade ein Zug abgefertigt wurde. Die hintere U-Bahn, gesteuert von der getöteten Metro-Mitarbeiterin, raste dann in den stehenden Zug auf offener Strecke. Wieso, blieb zunächst unklar - ebenso, was es mit Berichten auf sich hat, ein Wagen sei vor dem Unglück entgleist.

Die U-Bahn, unter die sich der andere Zug schob, wurde an ihrem Ende großteils zerstört. Eigentlich sollen Sicherheitssysteme ein solches Unglück verhindern - "ganz offensichtlich wird es eine sehr genaue Ursachenforschung geben müssen", sagte Metro-Sprecherin Lisa Farbstein. "Wir sind mit unseren Herzen bei den Familien jener Menschen, die von uns gegangen sind."

wit/AP/Reuters/dpa



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