Unglück im Himalaya Lawine verschüttet hundert pakistanische Soldaten

Eine Schneelawine hat einen Stützpunkt der pakistanischen Armee in Kaschmir überrollt und 135 Soldaten und Zivilisten unter sich begraben. Die Rettungskräfte nahmen am Tag nach dem Unglück in 4500 Meter Höhe die Suche wieder auf, bisher haben sie keinen der Verschütteten entdeckt.


Islamabad - Eine Schneelawine hat in Pakistan mindestens 124 Soldaten und elf Zivilisten unter sich begraben. Das Unglück ereignete sich am frühen Samstagmorgen in der Himalaya-Region nahe des Siachen-Gletschers im Norden des Landes, wie ein Armeesprecher in Rawalpindi mitteilte. Die Lawine ging auf einen Militärstützpunkt nieder.

Ein Sprecher der pakistanischen Armee sagte SPIEGEL ONLINE, die Lawine sei gegen 5.45 Uhr morgens niedergegangen und habe ein Armeecamp getroffen. Man sei sehr schnell über den Vorfall informiert gewesen und habe daher rasch reagieren können. Bis zum Abend waren den Angaben zufolge Suchtrupps in der Region am Boden unterwegs, zum Teil mit Suchhunden. Auch Hubschrauber waren im Einsatz, zudem sind Ärzte in dem betroffenen Gebiet. Am Abend musste die Suche wegen Dunkelheit und schlechten Wetters jedoch ergebnislos abgebrochen werden.

Auch mehr als zwölf Stunden nach dem Unglück waren noch keine Überlebenden entdeckt worden. Über genaue Opferzahlen machte das Armeehauptquartier in Rawalpindi keine Angaben. Am Nachmittag hieß es lediglich, man habe "einige Tote" geborgen.

Das pakistanische Fernsehen berichtete, dass die Helfer Schwierigkeiten gehabt hätten, schwere Räumfahrzeuge in das betroffene Gebiet nahe der Stadt Skardu zu bringen. In der Region blockieren häufig Lawinen und Erdrutsche die Bergstraßen.

Siachen befindet sich an der nördlichen Spitze der von Indien und Pakistan beanspruchten Provinz Kaschmir. Beide Länder haben deshalb Hunderte von Soldaten in der Region stationiert. Soldaten müssen monatelang in eisigen Höhen, auf bis zu 6700 Metern über null, bei Minustemperaturen ausharren. Oft leiden sie unter Höhenkrankeit. Die Gegend gilt als das "höchste Schlachtfeld" der Welt.

Nach Angaben der pakistanischen und indischen Armee sind mehr Menschen infolge der harschen Klimabedingungen ums Leben gekommen als durch Kämpfe. Im Februar wurden mindestens 16 indische Soldaten von zwei Lawinen getötet.

Das Hauptquartier, das am Samstag von der Lawine getroffen wurde, liegt in einem Tal zwischen zwei hohen Bergen nahe einem Militärkrankenhaus, wie ein einst dort stationierter Offizier der Nachrichtenagentur AP sagte. "Ich kann nicht begreifen, wie eine Lawine diesen Ort erreichen kann. Er hätte eigentlich sicher sein sollen."

heb/kaz/aar/Reuters/dpa/AFP/dapd/AP



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fiutare 07.04.2012
1. Die Natur
schlägt zurück.
whocaresbutyou 07.04.2012
2. Dummheit ohne Grenzen...
Zitat von sysoppicture-alliance/ ZBEine Lawine hat einen Militärstützpunkt im nördlichen Pakistan in der umkämpften Region Kaschmir im Himalaya unter sich begraben. Mindestens 100 Soldaten sind im Schnee gefangen. Die Rettung dauert an. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,826240,00.html
Stellt sich die Frage, warum man an so einem Ort ein Lager aufschlägt... "Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben" ist eine meiner Lieblingsphrasen... In diesem Fall bewahreheitet sich ein altes Sprichwort auf zynische Weise: Die Hoffnung stirbt zuletzt
flaviussilva 07.04.2012
3. wenn man meint sich....
Zitat von sysoppicture-alliance/ ZBEine Lawine hat einen Militärstützpunkt im nördlichen Pakistan in der umkämpften Region Kaschmir im Himalaya unter sich begraben. Mindestens 100 Soldaten sind im Schnee gefangen. Die Rettung dauert an. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,826240,00.html
....um ein paar Felsen und Eis in 6700 Meter Höhe streiten zu müssen, lässt das nur beunruhigende Schlüsse auf die Intelligenzquotienten der dortigen Befehlshaber und sonstiger politisch Verantwortlicher zu. Das dieselben Leute auch über Atomwaffen die Verantwortung tragen könnten, trägt auch nicht zu meiner Beruhigung bei !
Jens Schuetz 07.04.2012
4.
Zitat von flaviussilva....um ein paar Felsen und Eis in 6700 Meter Höhe streiten zu müssen, lässt das nur beunruhigende Schlüsse auf die Intelligenzquotienten der dortigen Befehlshaber und sonstiger politisch Verantwortlicher zu. Das dieselben Leute auch über Atomwaffen die Verantwortung tragen könnten, trägt auch nicht zu meiner Beruhigung bei !
Waere es mein Felsen und mein Eis in 6700 Meter Hoehe, wuerde ich es auch nicht einfach so verschenken. Erst recht nicht wenn man in der Vergangenheit schon mehrmals versucht hat auch die schoeneren Ecken meines Grundstuecks einzukassieren. Und absolut gar nicht wenn man Schergen bezahlt die unschuldige Menschen mit Machinenpistolen in Hotels erlegen usw... Die Pakistanisten und Industaner haben schon alle ihre ganz intelligenten Gruende, zerbrechen sie sich da mal nicht ihren Kopf.
Trondesson 08.04.2012
5.
Zitat von flaviussilva....um ein paar Felsen und Eis in 6700 Meter Höhe streiten zu müssen, lässt das nur beunruhigende Schlüsse auf die Intelligenzquotienten der dortigen Befehlshaber und sonstiger politisch Verantwortlicher zu. Das dieselben Leute auch über Atomwaffen die Verantwortung tragen könnten, trägt auch nicht zu meiner Beruhigung bei !
Keine Sorge, damit werden sie höchstens Indien bewerfen. Dafür haben sie sie schließlich gebaut.
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