Unglück im Siegerland Polizei findet Ursache für Fettexplosion auf Dorffest

Nach der tödlichen Fettexplosion auf einem Dorffest im Siegerland hat die Polizei den mutmaßlichen Grund für das Unglück ermittelt. Eine Bratpfanne soll geplatzt sein.

Verbrannte Grill-Utensilien auf dem Gelände des Brauchtumsfestes im Siegerland
DPA

Verbrannte Grill-Utensilien auf dem Gelände des Brauchtumsfestes im Siegerland


Bei den Ermittlungen zur tödlichen Explosion einer riesigen Bratpfanne in Nordrhein-Westfalen ist die Polizei vorangekommen. "Wir wissen, wie dieser Feuerball, diese Explosion entstanden ist", sagte ein Polizeisprecher.

Demnach handelt es sich bei der Bratpfanne um einen doppelwandigen Eigenbau mit einem Zwischenraum, der eine bessere Wärmeverteilung ermöglichen sollte. Die Pfanne sei aufgeplatzt. Dabei sei eine heiße Flüssigkeit aus dem Zwischenraum - mutmaßlich Öl - in die Flamme unter der Pfanne geraten. Ähnlich wie bei einem Autovergaser habe dieses explosive Gemisch dann gezündet, so der Polizeisprecher.

Nach der Explosion von Sonntag bei einem Dorffest im Siegerland war eine Frau gestorben. Die 67-Jährige erlag laut Polizei am Montagmorgen in einer Dortmunder Klinik ihren Verletzungen. Der Zustand der weiteren fünf lebensgefährlich Verletzten ist "unverändert kritisch bis stabil".

Warum genau die Bratpfanne versagte, die mehrere Jahre gut funktioniert haben soll, müsse aber noch ermittelt werden, so der Polizeisprecher. So kämen ein technischer Defekt, ein Bedienfehler oder auch eine Materialermüdung in Betracht.

Die Ermittler gingen unter anderem auch der Frage nach, wer die riesige Pfanne, die sehr professionell gemacht sei, vor Jahren gefertigt habe. Falls es mehrere davon geben sollte, sei möglicherweise vor einer Gefahr zu warnen.

Fettexplosion auf einem Dorffest im Siegerland: Eine Frau erlag ihren Verletzungen
Berthold Stamm/dpa

Fettexplosion auf einem Dorffest im Siegerland: Eine Frau erlag ihren Verletzungen

Am Sonntag waren 14 Menschen bei der Explosion an einem Grillstand im Freudenberger Ortsteil Alchen verletzt worden. Das Unglück hatte sich während eines sogenannten "Backesfestes" ereignet, einer Brauchtumsveranstaltung.

Die lebensgefährlich Verletzten waren mit Hubschraubern in Spezialkliniken ins Ruhrgebiet und nach Köln geflogen worden. Zum Zeitpunkt der Explosion hatten rund hundert Menschen die Traditionsveranstaltung im Dorf Alchen besucht.

ala/dpa



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