Unglück in Buffalo Passagierflugzeug stürzt in Wohngebiet - viele Tote

"Es fühlte sich an wie bei einem Mini-Erdbeben", sagte ein Anwohner. Eine Passagiermaschine mit 48 Menschen an Bord ist im US-Bundesstaat New York auf ein Wohnhaus gestürzt und in Flammen aufgegangen. Der Flugbehörde zufolge gab es keine Überlebenden.


Washington - Wenige Minuten vor der Landung endete Flug 3407 der Colgan Air in einer Katastrophe: Um 22.10 Uhr Ortszeit (4.10 Uhr MEZ) stürzte die Turboprop-Maschine mit 48 Menschen an Bord über der Kleinstadt Clarence ab, nahe Buffalo im US-Bundesstaat New York.

Das Flugzeug vom Typ Bombardier Dash8 Q400 krachte auf ein Wohnhaus in der 26.000-Einwohner-Stadt und ging in Flammen auf. Ein riesiger Feuerball erhellte die Nacht.

Die Maschine war nach Angaben der Fluggesellschaft in Newark im Bundesstaat New Jersey gestartet und auf dem Weg nach Buffalo. Zur Unglückszeit herrschte schlechtes Wetter mit Schneeregenfällen und Nebel. Laut Flugbehörde FAA (Federal Aviation Administration) gab es keine Überlebenden.

Der Sender CNN zeigte Bilder von brennenden Wrackteilen inmitten des Wohnviertels. Der Einsatzleiter der Hilfstruppen, Dave Bissonet, sprach von einem Todesopfer unter den Anwohnern.

Zwölf Wohnhäuser in der Nähe der Unglücksstelle an der Long Street 6050 seien evakuiert worden.

"Plötzlich vom Radar verschwunden"

Darstellungen, wonach die Crew beim Landeanflug auf Buffalo technische Probleme an den Tower gemeldet habe, wurde mittlerweile widersprochen. "Mir wurde vom Tower gesagt, die Maschine sei plötzlich vom Radar verschwunden", sagte Behördensprecher Douglas Hartmayer der Lokalzeitung "Buffalo News".

Anwohner Keith Burtis war in der Nähe des Hauses unterwegs, in das die Maschine stürzte: "Es gab ein hohes Geräusch, und dann fühlte man sich wie bei einem Mini-Erdbeben", sagte er CNN. Kurz darauf seien erste Löschwagen zum Einsatzort unterwegs gewesen.

Die Rettungskräfte standen vor meterhohen Flammen. "Der ganze Himmel war orange", sagte Bob Dworak, der rund einen Kilometer von der Unglücksstelle entfernt wohnt. "Es gab plötzlich einen riesigen Knall und das Haus wackelte." Dworak sagte, die Menschen in Clarence seien es zwar gewohnt, die nach Buffalo fliegenden Flugzeuge zu hören, aber dieses sei lauter gewesen als sonst üblich und habe auch merkwürdige Geräusche gemacht.

"Donnernde Explosion"

Unter den Passagieren befand sich den "Buffalo News" zufolge auch die Studentin Ellyce Kausner, die ihre Familie in Clarence besuchen wollte. Ihr Bruder Chris sagte dem Blatt: "Meine andere Schwester war am Flughafen, um Ellyce abzuholen. Dort hat man ihr gesagt, die Maschine sei bereits gelandet und auf dem Rollfeld unterwegs zum Gate. Aber das stimmte gar nicht."

David Luce, der in der Nähe der Absturzstelle wohnt, sagte dem Blatt: "Es war sehr laut und plötzlich ganz still. Ein oder zwei Sekunden später gab es eine donnernde Explosion. Ich dachte, irgendetwas hätte unser Haus getroffen. Es bebte richtig."

Eine Expertenkommission aus Washington ist bereits auf dem Weg nach Buffalo, um die Ursache des Absturzes aufzuklären. Ein terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen.

Es war der erste tödliche Absturz eines Passagierflugzeugs in den USA seit dem 27. August 2006. Damals starben in Lexington in Kentucky 49 Menschen.

pad/als/jdl/AFP/dpa/Reuters/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.