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AKW-Katastrophe in Fukushima: Kaskade der Hiobsbotschaften

Foto: AP/ Air Photo Service

Unglücks-AKW "Fukushima sprengt die Dimension von Tschernobyl"

Ist die Katastrophe in Fukushima schlimmer als der GAU von Tschernobyl? "Ja", sagt Thomas Dersee von der Gesellschaft für Strahlenschutz. "Nein, noch nicht", meint Gerhard Wotawa von der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien. Zwei Experten - zwei Interviews.

Hamburg - Die schlechten Nachrichten aus dem havarierten AKW Fukushima I reißen nicht ab: Die Belastung des Meeres durch radioaktives Jod 131 stieg auf Rekordwerte, Plutonium trat aus und die Schutzhüllen von drei Reaktoren sind beschädigt. Es bestehe keine Gesundheitsgefährdung, beteuerte Tepco - dabei können schon winzige eingeatmete Mengen kurzlebiger Plutonium-Isotope Lungenkrebs auslösen.

Widersprüchliche Interpretationen des ohnehin stark variierenden Datenmaterials erschweren eine Einschätzung der Lage am Katastrophenkraftwerk. Während einige Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass die Kernschmelze seit Wochen läuft und die japanische Regierung systematisch Informationen zurückhält, gehen andere davon aus, dass noch nicht alles verloren ist.

Fest steht: In dem durch das Erdbeben und eine 14 Meter hohe Flutwelle zerstörten Atomkraftwerk wurden in mindestens drei der sechs Reaktoren Brennstäbe beschädigt. Erstmals gaben die Behörden am Dienstag zu, dass die Schutzhüllen der Blöcke 1, 2 und 3 nicht mehr dichthalten. Dies war schon am 13. März kurz nach einer Wasserstoffexplosion im Reaktor 1 vermutet, aber offiziell nicht bestätigt worden.

Lange zierten sich die japanischen Behörden, im Ausland um Hilfe zu bitten. Jetzt wollen sie verstärkt mit Experten aus Frankreich, Russland und den USA zusammenarbeiten. Doch was können die Spezialisten aus dem Westen jetzt noch tun? Ist die nukleare Katastrophe in Japan letztlich schlimmer als der GAU in Tschernobyl?

SPIEGEL ONLINE hat zwei Experten zur aktuellen Situation befragt.

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