Uni-Klinik Aachen Pfleger machen Selfies mit Patienten - und fliegen raus

"Das ist eine absolute Grenzüberschreitung": Fünf Pfleger in der Notaufnahme des Aachener Uni-Klinikums sind entlassen worden. Sie hatten offenbar hilflose Patienten geschminkt und Selfies mit ihnen gemacht.
Hubschrauberlandeplatz des Klinikums in Aachen: "Man posiert nicht mit Schutzbefohlenen"

Hubschrauberlandeplatz des Klinikums in Aachen: "Man posiert nicht mit Schutzbefohlenen"

Foto: Ralf Roeger/ picture alliance / dpa

Aachen - Das Universitätsklinikum Aachen hat fünf Pflegekräften der Notaufnahme gekündigt. Die Beschäftigten hätten mindestens zwei Selbstporträts mit Patienten und eine Videosequenz erstellt, teilte ein Krankenhaussprecher mit: "Das ist eine absolute Grenzüberschreitung. Man posiert nicht mit Schutzbefohlenen." Der Sprecher machte aber keine Angaben dazu, ob die Menschen bei Bewusstsein waren.

Nach Informationen von "Aachener Nachrichten" und "Aachener Zeitung"  sollen Patienten für die Aufnahmen geschminkt und verkleidet sowie die Bilder über den Kurznachrichtendienst "WhatsApp" verbreitet worden sein. Die Staatsanwaltschaft Aachen prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt, etwa Beleidigung oder Nötigung.

Die Klinikleitung wurde den Zeitungen zufolge von einem anonymen Hinweisgeber über die Vorgänge in der Notaufnahme informiert. Demnach hatten sich die Angestellten mit dementen oder anderweitig in ihrem Bewusstsein eingeschränkten Patienten fotografiert.

Das 1985 eröffnete Universitätsklinikum Aachen ist eine der großen medizinischen Einrichtungen Europas. Das Haus mit 34 Fachkliniken deckt die komplette medizinische Versorgung ab.

wit/dpa