Drogenbericht der Uno Cannabiskonsum belastet Gesundheitssysteme

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen werden Haschisch und Marihuana auf dem Markt stärker – das führe zusammen mit regelmäßigem Konsum zu einem Anstieg von Sucht und psychischen Erkrankungen in Westeuropa.
Mann mit Joint (Symbolbild)

Mann mit Joint (Symbolbild)

Foto: Westend61 / Getty Images/Westend61

Der steigende Konsum von Cannabis führt laut einem Bericht der Vereinten Nationen zu einer zusätzlichen Belastung von Gesundheitseinrichtungen. In der Europäischen Union seien Hanf-Drogen die Ursache für rund 30 Prozent der Drogentherapien, hieß es im Jahresbericht des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien. Er wurde am Montag veröffentlicht. In Afrika und manchen lateinamerikanischen Ländern stehe der größte Teil solcher Therapien im Zusammenhang mit Cannabis-Sucht.

Der Gehalt der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) in Cannabis nahm dem Bericht zufolge zu. Das immer stärkere Haschisch und Marihuana auf dem Markt führte laut UNODC zusammen mit regelmäßigem Konsum zu einem Anstieg von Sucht und psychischen Erkrankungen in Westeuropa.

In Nordamerika werde als Folge der Legalisierung von Cannabis ebenfalls mehr konsumiert – besonders unter jungen Erwachsenen. Ein wachsender Anteil an psychiatrischen Störungen und Selbstmorden stehe dort im Zusammenhang mit regelmäßigem Gebrauch von Cannabis, hieß es in dem Bericht. Auch die Krankenhausaufenthalte nähmen zu. Das UNODC räumte ein, dass durch den legalen Verkauf dieser Drogen Steuereinnahmen gestiegen und die Zahl von Verhaftungen wegen Cannabis-Besitzes gesunken sind.

Die Drogenwächter der Vereinten Nationen wiesen auch darauf hin, dass der weitaus größte Schaden in Nordamerika weiterhin von gefährlichen Opioiden angerichtet wird. Zu diesen heroin-artigen Substanzen zählt etwa Fentanyl. Nach vorläufigen Schätzungen starben 2021 in den Vereinigten Staaten rund 108.000 Menschen an einer Überdosis, 17 Prozent mehr als im Jahr davor.

Die Uno-Behörde ist auch besorgt, dass verschiedene stärkere Drogen neue Absatzmärkte finden. Beschlagnahmungen deuten demnach darauf hin, dass der Kokainschmuggel sich außerhalb der Hauptabnahmegebiete Nordamerikas und Europas auch in Afrika und Asien ausdehnt. Das ebenfalls aufputschende Methamphetamin sei nicht mehr nur ein Problem in Ost- und Südostasien, sondern auch in Ländern wie Afghanistan und Mexiko.

Das UNODC schätzt, dass im Jahr 2020 weltweit 284 Millionen Jugendliche und Erwachsene Drogen konsumiert haben – 209 Millionen davon Cannabis. Diese Berechnungen beruhen auf den jüngsten vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2020.

Dass der Cannabiskonsum zunahm, führt das Uno-Büro auch auf die Coronapandemie zurück: »Lockdowns während der Covid-19-Pandemie führten zu einem Anstieg des Cannabiskonsums«, heißt es in dem aktuellen Bericht. Schon im vergangenen Jahr hatte das UNODC berichtet, dass die Nachfrage nach Cannabis und Beruhigungsmitteln während der Pandemie gestiegen sei.

aar/dpa
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