Unwetter in Deutschland 13-Jährige von Gartenmauer erschlagen

Heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel haben in weiten Teilen Deutschlands die Feuerwehr und andere Hilfskräfte in Atem gehalten. In Königswinter starb ein 13-jähriges Mädchen - eine Gartenmauer war umgestürzt.

Feuerwehrleute in Königswinter: Ein 13-jähriges Mädchen starb im elterlichen Garten
DPA

Feuerwehrleute in Königswinter: Ein 13-jähriges Mädchen starb im elterlichen Garten


Hamburg - Bei einem heftigen Unwetter ist in Königswinter bei Bonn eine 13-Jährige ums Leben gekommen. Das Mädchen wurde laut Polizei am frühen Sonntagabend auf dem elterlichen Grundstück von einer umstürzenden Gartenmauer begraben. Die Verschüttete wurde binnen kurzer Zeit von der Feuerwehr befreit, Wiederbelebungsmaßnahmen blieben aber erfolglos. Die näheren Umstände sind nach Polizeiangaben noch ungeklärt.

Das Unwetter mit starkem Regen und Gewittern war am Sonntagnachmittag über weite Teile Nordrhein-Westfalens gezogen. Besonders betroffen waren der Süden und der Westen des Bundeslandes. In einigen Landesteilen fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) binnen kurzer Zeit bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In der Stadt Nideggen fielen in einer einzigen Stunde 30 Liter Regen pro Quadratmeter.

An etlichen Orten konnte die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, so dass die Kanaldeckel hoch gedrückt wurden. Einige Unterführungen wurden überflutet und waren nicht mehr passierbar.

In der Gemeinde Kreuzau hielt die Kanalisation den Regenmengen nicht mehr stand. Mehr als 60 Wohnungen standen unter Wasser. Mit Sandsäcken versuchte die Feuerwehr, die Überflutung weiterer Gebäude zu verhindern und die Wassermassen in einen nahe gelegenen Stausee umzuleiten. "Alles, was laufen und fahren kann, ist im Einsatz", sagte Feuerwehrsprecher Adolf Borgend. Der Wasserstand des Sees sei durch das Unwetter bereits merklich angestiegen, sagte Borgend. Der Pegel sei aber nicht dramatisch. Überschüssiges Wasser werde in die Rur abgelassen.

Auch in Unter- und Oberfranken führten die Unwetter zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Allein im Raum Aschaffenburg liefen etwa hundert Keller voll, wie die Polizei mitteilte. Schlamm und Geröll überschwemmten in der Gemeinde Leidersbach die Hauptstraße. Die Aufräumarbeiten mit Radladern und einem Schneepflug der Straßenmeisterei zogen sich bis in die Nacht zu Montag hin.

In Oberfranken musste die Feuerwehr nach Polizeiangaben 80 Mal wegen überfluteter Straßen und Keller sowie umgestürzter Bäume ausrücken. Zwischen Münchberg und Helmbrechts kam es aufgrund der Wassermassen in einer Autobahnunterführung zu einem Unfall zwischen einem Auto und einem Motorrad. Beide Fahrer blieben unverletzt. Eine Bilanz aller Unwetterschäden in der Region lag am Morgen noch nicht vor.

siu/dpa/dapd



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