Erste Unwetterfolgen in Deutschland Mann durch Blitzeinschlag schwer verletzt – Bäume blockieren Bahnstrecken

Die ersten Unwetter erreichen Deutschland. Auf einem Frachter in Duisburg schlägt ein Blitz ein. Der Kreis Ahrweiler schließt seine Schulen. Die Aussichten für Freitag sind düster.
Unwetter über Essen: Starker Regen und Gewitter

Unwetter über Essen: Starker Regen und Gewitter

Foto: IMAGO/Gottfried Czepluch

Nach der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sind am Donnerstag die ersten Gewitter durch Deutschland gezogen.

Bei einem Blitzeinschlag auf einem Frachtschiff in Duisburg ist eine Person schwer verletzt worden. Es handle sich vermutlich um einen Beschäftigten auf dem Schiff, sagte ein Feuerwehrsprecher. Er habe sich während des schweren Unwetters am Nachmittag auf dem Frachter aufgehalten. Der Blitz sei auf dem Deck eingeschlagen und habe den Mann dadurch schwer verletzt, so der Sprecher.

Infolge des Unwetters blockieren umgestürzte Bäume am Niederrhein und im Münsterland Bahnstrecken. Zwischen Düsseldorf und Leverkusen stürzte ein Baum auf die Nord-Süd-Hauptstrecke. Dort werde hoffentlich ein Teil der Strecke bald wieder freigegeben werden können, sagte ein Bahnsprecher am Nachmittag. Die Störung der S-Bahn-Linie 6 zwischen Düsseldorf und Köln könne dagegen länger dauern.

Starker Regen in Krefeld: Das Unwetter erreicht Deutschland

Starker Regen in Krefeld: Das Unwetter erreicht Deutschland

Foto: Alexander Forstreuter / dpa

»Die Kollegen bemühen sich, die Strecken schnellstmöglich wieder freizubekommen. Mit Beeinträchtigungen im Berufsverkehr muss dennoch gerechnet werden«, hieß es. Auch in der Eifel richtete das Unwetter Schäden an.

Wegen der Warnung vor Starkregen und Sturmböen bleiben am Freitag alle Schulen in Trägerschaft des Kreises Ahrweiler – der 2021 von einer Flutkatastrophe getroffen worden war – geschlossen. Wie die örtliche Kreisverwaltung mitteilt, findet dort kein Unterricht statt. Der Kreis in Rheinland-Pfalz empfehle den Trägern der übrigen Schulen dringend, diese ebenfalls geschlossen zu halten. Detaillierte Informationen sind demnach bei den jeweiligen Schulen zu erfragen. Der Kreis appellierte zudem an alle Eltern von Kitakindern, am Freitag vom Besuch der Kindertagesstätte abzusehen und die Kinder zu Hause zu betreuen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD)  hatte am Nachmittag für weite Teile in Nordrhein-Westfalen Warnungen vor schwerem Gewitter herausgegeben. Das Unwetter erreichte laut DWD zunächst den Westen des Münsterlands, des Ruhrgebiets und des Rheinlands. Vielerorts verdunkelte sich dort am Nachmittag schlagartig der Himmel: Es begann zu regnen, zu donnern und zu blitzen.

Am Nachmittag gab der DWD weitere Warnungen vor schwerem Gewitter in Landkreisen in Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe heraus. Demnach müssten die Menschen dann im gesamten Bundesland mit orkanartigen Böen, Hagelkörnern und heftigem Starkregen rechnen. Der Düsseldorfer Wildpark und der Zoo Dortmund schlossen bereits am Nachmittag.

Am Freitag steht Deutschland laut DWD mit großer Wahrscheinlichkeit ein »extremes Unwetter« mit Gewitter, Hagel und Sturm bevor. Wahrscheinlich bilden sich demnach auch sogenannte Superzellen – sich drehende Systeme mit starken Aufwinden, die sich völlig eigenständig und damit schwer vorhersehbar bewegen. Auch für Tornados gebe es »ideale Bedingungen«.

ptz/dpa