Starke Unwetter Meteorologen warnen vor Dauerregen am Alpenrand

Kleinere Gewässer könnten innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen und über die Ufer treten: Der Wetterdienst warnt vor Hochwasser in Deutschland. Im Süden Europas forderten Unwetter bereits zahlreiche Menschenleben.
Ein zerstörter Hochspannungsmast in der Steiermark

Ein zerstörter Hochspannungsmast in der Steiermark

Foto: Unbekannt / dpa

Der Auslöser ist ein Höhentief, das im Laufe des Tages vom Bodenseeraum aus über Bayern zieht: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Dauerstarkregen am Alpenrand. Dabei ist im Laufe des Freitags und Samstags »extrem ergiebiger Dauerregen« zwischen 50 und 140 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden möglich, verstärkt durch Gewitter.

Auch in anderen Teilen Bayerns sowie dem Südosten Baden-Württembergs könnte es demnach mit Mengen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmetern anhaltend stark regnen.

Vor allem kleinere Gewässer könnten deswegen innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen und über die Ufer treten, schrieben die Fachleute des bayerischen Hochwassernachrichtendiensts auf ihrer Webseite. Folgen könnten Überflutungen von Kellern und Straßen, Hochwasser in Bächen und Flüssen sowie Überschwemmungen von Straßen sowie Erdrutsche sein. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen.

»Regional können auch größere Regionen von Hochwasser betroffen sein.« Aufgrund der »sehr dynamischen Wetterentwicklung« kristallisiere sich noch kein regionaler Schwerpunkt heraus. »Das Risiko, von ergiebigem Starkregen getroffen zu werden, nimmt jedoch Richtung Süden und Osten zu.«

Im Mittelmeerraum und in Österreich führten Unwetter bereits zu Überschwemmungen. Mindestens 13 Menschen sind bei den Unwettern getötet worden. Allein auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika kamen am Donnerstag sechs Menschen ums Leben. Böen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde zogen über die Insel. 45.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Auch in anderen Teilen Frankreichs wie in Marseille gab es Unwetter und überflutete Straßen.

Bäume stürzen auf Campingplatz

In der Toskana wurden ein Mann und eine Frau nahe Lucca sowie in der Küstenstadt Carrara von umstürzenden Bäumen getroffen, wie Medien berichteten. Für den Norden Italiens bis Südtirol und weite Teile Mittelitaliens galt eine Unwetterwarnung. Einige Menschen erlitten bei den heftigen Stürmen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde und starkem Regen Verletzungen wie etwa auf einem Campingplatz im toskanischen Marina di Massa, als dort Bäume umfielen.

Der Regionalpräsident der Toskana, Eugenio Giani, teilte auf Twitter ein Video aus der Küstenstadt Piombino, auf dem ein Riesenrad vom starken Wind herumgedreht wurde. Auf anderen Fotos waren von Bäumen zerquetschte Autos und verwüstete Strände zu sehen. In der nördlichen Küstenregion Ligurien und in der bei Urlaubern beliebten Toskana zählte die Feuerwehr bis zum Nachmittag mehr als 150 Einsätze.

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Auch durch die norditalienische Lagunenstadt Venedig fegte ein heftiges Unwetter, das in den Gassen Schirme und Tische umriss. Am berühmten Markusdom im Zentrum brachen Mauerstücke vom Kirchturm ab. Der Zivilschutz berief am Nachmittag wegen der Unwetter in Mittel- und Norditalien einen Krisenstab ein.

Mehrere Tote durch Unwetter in Österreich

Wie Polizei und Rotes Kreuz in Österreich mitteilten, stürzten am Donnerstag an einem kleinen Badesee in St. Andrä im Bundesland Kärnten mehrere Bäume um. Zwei Mädchen im Alter von vier und acht Jahren starben, elf Menschen wurden teils schwer verletzt. Weiter nördlich wurden im niederösterreichischen Gaming drei weitere Personen von einem Baum erschlagen. Laut dem staatlichen meteorologischen Dienst ZAMG wurden am Donnerstag Windgeschwindigkeiten von bis zu 139 km/h gemessen.

In der Steiermark, Kärnten und Osttirol standen zeitweise die Züge still, nachdem die Stromversorgung für den Bahnverkehr wegen der Unwetter ausfiel, wie die Österreichischen Bundesbahnen bekannt gaben. Durch die Sturmböen stürzten auch Dutzende Bäume bei Griffen auf die Südautobahn (A2) in Kärnten. Außerdem kam es zu Stromausfällen in Tunneln. Die wichtige Verkehrsverbindung nach Italien wurde für Aufräum- und Reparaturarbeiten an mehreren Stellen gesperrt.

In der Steiermark waren Zehntausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten, da Hochspannungsleitungen und 2000 Trafostationen beschädigt waren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es, unter anderem im Osten Bayerns drohten Regenmengen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmetern. Die Warnung des Wetterdiensts bezieht sich jedoch vor allem auf den Süden Bayerns und den Südosten Baden-Württembergs. Wir haben die Verortung korrigiert.

kha/dpa
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