Unwetter an der Côte d'Azur Mindestens 21 Menschen sterben in den Fluten

Heftige Unwetter haben das Urlaubsparadies Côte d'Azur verwüstet. Für mindestens 21 Menschen kam jede Hilfe zu spät. Jetzt kämpfen die Aufräumtrupps gegen Schlamm und Gestank.
Unwetter an der Côte d'Azur: Mindestens 21 Menschen sterben in den Fluten

Unwetter an der Côte d'Azur: Mindestens 21 Menschen sterben in den Fluten

Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/ AFP

Nach den Überschwemmungen im Süden Frankreichs ist die Zahl der Toten auf 21 gestiegen. Wie die Zeitung "Nice Matin" berichtet, wurde das jüngste Opfer in einem Keller in Cannes geborgen. Unter den Toten waren laut Angaben der Präfektur des betroffenen Départements Alpes-Maritimes auch eine Italienerin, ein Brite und ein Portugiese. In Antibes wurden am Montag zwei Personen als vermisst gemeldet.

Noch immer sind fast 4000 Menschen in der Katastrophenregion ohne Strom. In etwa 20 Schulen fiel der Unterricht aus. Helfer kämpften zunehmend gegen Gestank, der sich infolge der Schlamm- und Wassermassen ausgebreitet hat. Betroffen war ein rund 30 Kilometer langer Abschnitt entlang der Côte d'Azur im äußersten Südosten des Landes.

Mancherorts versuchten Plünderer, die Notlage auszunutzen. Laut Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve wurden in diesem Zusammenhang neun Tatverdächtige festgenommen.

Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF konzentrierte sich zunächst darauf, den Pendlerverkehr in Städten wie Nizza und Cannes wieder zum Laufen zu bringen.

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Sintflutartige Regenfälle: Überschwemmungen an der Côte d'Azur

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Eine Schätzung zu den materiellen Folgen der Katastrophe gibt es noch nicht. Angesichts der Schäden an Häusern, Firmengebäuden und Wohnungen sicherte der französische Versicherungsverband Afa eine rasche Bearbeitung zu. Afa-Präsident Bernard Spitz sagte in Nizza, für eine Bilanz sei es noch zu früh. So seien die Schäden in vielen Unternehmen noch nicht bekannt.

Bei einem ähnlichen Unwetter waren im benachbarten Département Var 2010 Schäden in Höhe von fast einer Milliarde Euro bilanziert worden. Schnelle finanzielle Hilfe für Region und Betroffene hatte Präsident François Hollande bereits am Wochenende versprochen.

ala/dpa
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