Unwetter in Italien Schneechaos in Südtirol, Überschwemmungen in Venedig

Sturm, Schnee, Dauerregen - und wieder Hochwasser in Venedig: Über weite Teile Italiens sind Unwetter hinweggezogen. "Die Lage ist prekär", hieß es.

GIAMPAOLO RIZZONELLI/EPA-EFE/REX

Italien ist von heftigen Unwettern getroffen worden. In Südtirol herrscht Schneechaos, eine Lawine traf ein Dorf. Die Schneemassen hätten sich durch die Straßen von Martell gedrückt, sagte Bürgermeister Georg Altstätter. Es gebe aber keine Verschütteten. Häuser seien beschädigt und Menschen in Sicherheit gebracht worden.

"Die Lage ist prekär", sagte Altstätter. Möglich sei, dass sich weitere Lawinen lösen. Das Dorf mit rund 900 Einwohnern sei von der Außenwelt abgeschnitten. In mehreren Orten fiel der Strom aus.

Die Brennerautobahn sei zwischen Brixen und Sterzing wegen heftiger Schneefälle gesperrt gewesen, teilte die Verkehrsleitzentrale mit. Es herrsche im Großteil Südtirols Lawinengefahr der Stufe 4, teilte Landesmeteorologe Dieter Peterlin auf Twitter mit.

In Südtirol hatten sich die Einsatzkräfte bereits in der Nacht auf neue Schneefälle vorbereitet. Schon am Freitag hatten Schneefälle Chaos angerichtet. Tausende Menschen saßen wegen der dadurch verursachten Stromausfälle im Dunkeln.

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Italien: Sturm, Schnee, Dauerregen

Durch Schnee bis in mittlere und tiefe Lagen könnten Lawinen abgehen, teilte die Landesverwaltung in Bozen mit. "Zu rechnen ist auch mit umstürzenden Bäumen, Steinschlägen und Erdrutschen, kleinräumigen Überflutungen, Stromausfällen und Kommunikationsausfällen sowie Verkehrsbehinderungen."

Venedig ist zum dritten Mal innerhalb einer Woche überflutet worden. Am Sonntag sei das Wasser auf 150 Zentimenter über den normalen Meeresspiegel gestiegen, teilte Bürgermeister Luigi Brugnaro mit. Damit waren rund 70 Prozent der Lagunenstadt unter Wasser. Der Markusplatz als tiefster Punkt der Stadt wurde erneut geflutet und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Städtische Museen waren geschlossen. Der öffentliche Verkehr war stark eingeschränkt.

Brugnaro hatte zur "maximalen Vorsicht" aufgerufen. Die Lage sei aber unter Kontrolle. Die Menschen würden sich nicht entmutigen lassen. "Die Venezianer gehen nur zum Beten in die Knie", sagte er.

Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren verheerende Schäden in Venedig angerichtet. Das Wasser war getrieben von starkem Wind auf bis zu 187 Zentimeter gestiegen. Am Freitag fluteten Wassermassen dann erneut einen Großteil der Unesco-Welterbestadt.

Über Rom fegte in der Nacht ein Sturm. Zahlreiche Bäume kippten um. Auch in der Toskana herrschte Alarm. In der Gegend um Grosseto wurden Dächer abgedeckt, teilte die Feuerwehr mit.

wit/dpa



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