Unwetter über Deutschland "Gewitterzelle riesigen Ausmaßes"

Umgestürzte Bäume, Keller voller Wasser, brennende Scheunen und Menschen, die durch Blitzeinschlag verletzt wurden - der Sturm in der Nacht zum Mittwoch hinterließ eine Spur der Verwüstung.

In Gelsenkirchen wurden nach Polizeiangaben zwei Menschen, die unter einem Baum Schutz gesucht hatten, vom Blitz getroffen und dabei schwer verletzt. Im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke kam eine Autofahrerin mit dem Schrecken davon, als ein Baum auf ihren Wagen krachte und das Fahrzeug völlig zerstörte.

Im mittelfränkischen Gunzenhausen führte das Unwetter zum Bruch einer Hauptgasleitung. Rund 8000 Kubikmeter Gas strömten aus. Menschen kamen nicht zu Schaden, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Auf einer Baustelle auf dem Gelände der Stadtwerke hatte der starke Regen einen Erdbrocken gelöst. Er prallte auf die Leitung, die dadurch abgeschlagen wurde. Feuerwehr und Polizei sperrten das Gelände weiträumig ab, die Bevölkerung wurde durch Lautsprecherdurchsagen gewarnt. Mit Gasspürgeräten suchten Mitarbeiter der Stadtwerke die Keller angrenzender Wohnhäuser ab. Kurz vor Mitternacht konnte aber Entwarnung gegeben werden.

In bayerischen Neuötting setzte ein Blitz einen Bauernhof in Brand, in Bad Griesbach ein allein stehendes Haus. In Hamburg fing während des Gewitters der Dachstuhl eines Einfamilienhauses Feuer. Menschen kamen nicht zu Schaden. In ostwestfälischen Stemwede brannte ein Hühnerstall aus, der Sturm deckte das Dach eines Möbelhaus in Herford ab.

Der linksrheinische Bahnverkehr kam im Raum Bonn durch entwurzelte Bäume für mehrere Stunden völlig zum Erliegen. Auch in Bad Oeynhausen wurden durch Blitzeinschläge und umgestürzte Bäume vier Gleise einige Stunden lang gesperrt. Insgesamt musste die Feuerwehr in Ostwestfalen rund 350 mal ausrücken, in Hamburg 100 mal und in München 25 mal.

Für einen Temperatursturz von 30 auf 20 Grad sorgten Gewitterstürme mit vereinzeltem Hagelschlag am bayerischen Alpenrand. Der Deutsche Wetterdienst in München sprach von einer "Gewitterzelle riesigen Ausmaßes", die von den Alpen bis über München hinaus und von der Iller bis zur Isar reichte.

In Schleswig-Holstein lief der Sturm vergleichsweise glimpflich ab. In den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Storman sowie in Kiel und Neumünster liefen zahlreiche Keller voll, 70 Bäume stürzten um. Zahlreiche Blitze schlugen in Scheunen ein und Stromleitungen wurden unterbrochen. Aus anderen Landesteilen meldeten Polizei und Feuerwehren hingegen keinerlei Schäden.

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