Unwetter in Deutschland Baden fahren

In Hamburg rückt die Feuerwehr aus, in Frankfurt am Main müssen Flugzeuge umgeleitet werden, in Baden-Württemberg deckt eine Windhose Dächer ab. Die Unwetter in Deutschland im Überblick.

DPA

Ein starkes Unwetter hat in Hamburg am Dienstag zahlreiche Straßen und Keller überflutet. Alleine zwischen 17 und 19.30 Uhr sei die Feuerwehr zu 160 witterungsbedingten Einsätzen in den Stadtteilen Rotherbaum, Altona-Nord und Eimsbüttel ausgerückt, berichtet das "Hamburger Abendblatt". Demzufolge fielen innerhalb einer halben Stunde 40 Liter pro Quadratmeter. Die Höhe des Schadens sei am Abend noch unklar gewesen, Verletzte habe es nicht gegeben.

Schon in der Nacht zu Dienstag hatte die Polizei die Autobahn 7 bei Hamburg stundenlang voll gesperrt, weil mehrere Absperrungen einer Baustelle auf die Straße geschwemmt worden waren. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Strecke am frühen Dienstagmorgen, kurz vom Einsetzen des Berufsverkehrs, in beiden Richtungen wieder freigegeben.

Ein starkes Unwetter setzte auch Teile des Rhein-Main-Gebietes unter Wasser. Besonders hart traf es den Süden von Frankfurt: Es habe bereits 270 Hilferufe aus der Bevölkerung gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Frankfurt. Keller seien voll gelaufen, Unterführungen und Tiefgaragen stünden unter Wasser. "Wir haben alle verfügbaren Kräfte im Einsatz", sagte der Sprecher. Autofahrer sollten nicht mehr durch überschwemmte Unterführungen fahren. "Das Wasser steht oft höher als man denkt."

Auch in Offenbach tobte das Unwetter: "Bei uns ist Land unter", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es habe mehr als 160 Notrufe gegeben, mehrere Brände wurden gemeldet. In Hanau schlug ein Blitz in ein Haus ein, sagte ein Sprecher der dortigen Polizei.

Am Frankfurter Flughafen mussten am Nachmittag sieben ankommende Flugzeuge umgeleitet werden, sagte ein Sprecher. Rund 40 Starts und Landungen wurden annulliert, weil eine Abfertigung der Flugzeuge während des Gewitters nicht möglich gewesen sei. Am Abend hatten noch einige Maschinen Verspätungen, der Flugverkehr sei aber wieder normal gewesen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen am Flughafen in Frankfurt innerhalb von einer Stunde 19 Liter Regen pro Quadratmeter. In Offenbach seien es 13 Liter gewesen - und in Mühlheim am Main sogar 32 Liter in zwei Stunden. Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Regierungsbezirk vor extremen Gewittern gewarnt.

In Baden-Württemberg verwüstete eine Windhose Teile des Ortes Bad Waldsee bei Ravensburg. Ziegel und Dachbalken flogen durch die Luft. Sie fielen auf Straßen und blockierten den Verkehr. Mehr als 50 Häuser wurden durch die Windhose beschädigt, wie die Polizei in Konstanz mitteilte. Teilweise sei erheblicher Sachschaden entstanden. Insgesamt belaufe sich der Schaden schätzungsweise auf mehrere Hunderttausend Euro. Verletzte gab es hingegen nicht.

Die Windhose deckte zahlreiche Dächer ab. Zudem knickten Bäume um. Umherfliegende Gegenstände beschädigten Autos und Gebäude. Über mehrere Stunden fiel in Teilen des Orts der Strom aus.

Ergiebige Schauer schufen auch in anderen Orten im Südwesten Probleme, wie das Lagezentrum im baden-württembergischen Innenministerium mitteilte. In Waldkirch, rund 15 Kilometer nordöstlich von Freiburg, mussten Anwohner zwischenzeitlich ihre Häuser verlassen, weil ein Hang abzurutschen drohte. Wie viele Bewohner genau betroffen waren, stand zunächst nicht fest - die Polizei sprach von vier Häusern.

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asa/dpa



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