Unwetter Windhose verwüstet Dorf in Rheinland-Pfalz

Bei schweren Gewittern sind in Hessen und Rheinland-Pfalz mehrere Menschen verletzt worden, ein Mann kam ums Leben. Im Kreis Mayen-Koblenz brachte eine Windhose zwei Gebäude komplett zum Einsturz, etliche Häuser in dem Dorf Acht wurden stark beschädigt.



Koblenz/Trier - In Trier wurden zwei Autofahrer leicht verletzt, als ihre Wagen während der Fahrt von umstürzenden Bäumen getroffen wurden. Wie durch ein Wunder sei bei dem Unwetter nach ersten Erkenntnissen niemand getötet worden, sagte Eric Schaefer, Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums. In Hessen dagegen starb mindestens ein Mensch an den Folgen der Unwetter: Ein 44-Jähriger sei mit seinem Motorrad auf Grund von starkem Regen bei Büdingen gestürzt und gegen einen entgegenkommenden Personenwagen geprallt, teilte die Polizei mit. Der Mann überlebte den Aufprall nicht.

In dem Dorf Acht bei Mayen mussten 20 Menschen evakuiert werden, nachdem die Windhose 17 der 39 Häuser des Ortes zerstört oder schwer beschädigt hatte. Zwei Gebäude stürzten komplett ein. Erste Fernsehbilder zeigen auch an den anderen Gebäuden des Dorfes erhebliche Beschädigungen. Teilweise wurde Windstärke 12 gemessen. Das entspricht einer Geschwindigkeit von mehr als 117 Stundenkilometern. In Auw bei Prüm wurden 13 Häuser vom Sturm teils komplett abgedeckt, berichtete die Polizei. Die Stromversorgung des Ortes war zeitweise unterbrochen, alle Zufahrtsstraßen wurden von umgestürzten Bäumen blockiert.

Im gesamten Raum Koblenz wurden Bäume entwurzelt und Keller überflutet. Allein in Koblenz rückte die Feuerwehr zu 50 Sturmeinsätzen aus. In Andernach (Kreis Mayen-Koblenz) und Montabaur (Westerwaldkreis) schlugen Blitze in Häuser ein.

Auch im hessischen Wetzlar wurden Ziegel von Dächern geweht. Auf der Landstraße zwischen Leun und Braunfels (Lahn-Dill-Kreis) stürzte ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer wurde eingeklemmt, blieb nach Angaben der Polizei aber unverletzt.

Von dem Unwetter waren auch die Autobahnen betroffen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz kam es auf der Autobahn A3 im Bereich Westerwald in der Nacht zu Stockungen wegen überfluteter Fahrbahnen, Geröll und umgestürzter Baustellenschilder.

Vom Blitz getroffen wurde nach Polizeiangaben auch die Trafostation der ICE-Strecke Frankfurt-Köln bei Montabaur. Dies habe zu einem 30-minütigen Stromausfall geführt, der jedoch den Zugverkehr nicht beeinträchtigt habe.

Die Schadenshöhe für Rheinland-Pfalz war zunächst unklar. Allein die Koblenzer Polizei geht von einem hohen sechsstelligen Euro-Betrag aus.

Auch in Ostbelgien richtete ein Mini-Tornado am Dienstagabend schwere Schäden an. Wie der öffentliche Fernsehsender RTBF berichtete, deckte der Wirbelsturm in der Gemeinde Bertogne nahe der deutschen Grenze Dächer ab und riss Schornsteine ein. Das Unwetter habe dermaßen Staub aufgewirbelt, dass Augenzeugen nur zehn Meter weit sehen konnten.