Heftige Winterstürme Ein Toter bei Unwettern über dem Atlantik

Dauerregen, Überschwemmungen, Erdrutsche, Schnee: Schwere Unwetter suchen derzeit Inseln im Atlantik und der Ägäis heim. Auf Madeira starb ein Mann, auf den Kanaren wurde Alarm ausgelöst. Auch die arabische Welt bleibt von den heftigen Winterstürmen nicht verschont.

Nordwesten Spaniens: Heftige Winterstürme
DPA

Nordwesten Spaniens: Heftige Winterstürme


Hamburg - Bei schweren Unwettern über dem Atlantik ist ein Mann auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira getötet worden. Er hatte versucht, einer Gruppe deutscher Touristen zu helfen. Der Beamte der Stadtverwaltung von Machico im Osten der Insel hatte ein Schiff festmachen wollen, das ein Boot des Walmuseums mit mehreren Urlaubern an Bord im Schlepptau hatte.

Der Mann sei von einer Riesenwelle ins Meer gespült worden, sagte Machicos Bürgermeister Ricardo Franco. Der Beamte konnte aus dem Wasser gezogen werden, erlag aber später seinen Verletzungen. Die Deutschen hätten die ganze Nacht im Boot verbracht, seien aber wohlauf.

Rund zwei Dutzend Schiffe seien außerdem vor Madeira auf Grund gelaufen, teilten die Behörden mit. In einigen Orten seien Häuserfassaden stark beschädigt worden. Mehr als 20 Flüge fielen aus, drei Kreuzfahrtschiffe mussten ihre Ankunft oder Abfahrt verschieben.

Auf den Kanaren lösten die spanischen Behörden wegen des Unwetters die höchste Alarmstufe aus. Auf La Palma brach die gesamte Stromversorgung vorübergehend zusammen. Auf Teneriffa setzten heftige Regenfälle in den Urlauberzentren Los Cristianos und Playa de las Américas im Süden der Insel zahlreiche Straßen unter Wasser. Mehrere Landstraßen wurden wegen Hochwassers oder Erdrutschen gesperrt.

Auf den meisten Inseln der Kanaren blieben die Schulen geschlossen. Nach Angaben des Wetteramts gingen auf der Inselgruppe mehr als 1500 Blitze nieder. Auf Gran Canaria wird eine russische Urlauberin vermisst, die trotz starken Windes im Meer gebadet hatte.

Auch über die Ägäis fegte am Mittwoch ein schwerer Sturm hinweg. Windstärken über zehn legten den Fährverkehr lahm. Alle Fährverbindungen zu den Ägäischen Inseln und nach Kreta seien eingestellt worden, teilte die griechische Küstenwache mit.

Der Norden Griechenlands ist derweil fest in den Händen des Winters. Dort fielen die Temperaturen auf Werte unter null Grad. Im Grenzgebiet zu Albanien herrscht Dauerfrost, in den nördlichen Vororten der Hauptstadt Athen fiel Schnee. Viele Städte öffneten daher geheizte Sporthallen für Obdachlose. Laut dem Meteorologischen Amt soll das stürmische Wetter bis Freitag andauern.

In Israel sorgten die Stürme für geschlossene Schulen, Überschwemmungen und Verkehrsstaus. Am Berg Hermon in den israelisch kontrollierten Golanhöhen schneite es ausgiebig.

Auch in der arabischen Welt wüteten heftige Stürme. Im Libanon wurden nach einem Schneesturm landesweit die Schulen geschlossen. Syrische Flüchtlinge, die im Osten des Landes leben, baten die libanesische Regierung und die Vereinten Nationen um Hilfe. Im Bezirk Al-Mardsch wurden 15 Flüchtlingszelte vom Regen weggespült.

Auch in Ägypten waren mehrere Straßen nach starken Regenfällen unpassierbar. Die Mittelmeerhäfen Alexandria und Al-Dachila wurden geschlossen.

gam/dpa



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