Unwetterwarnung Warten auf das Schneechaos

Ist es die Ruhe vor dem Schneesturm oder bleibt das erwartete Chaos aus? Im Norden und Osten Deutschlands blieb es bis zum Morgen trotz starker Schneefälle auf den Straßen weitgehend ruhig. Die Meteorologen geben jedoch noch keine Entwarnung.


Berlin - Das bereits für die Nacht zu heute befürchtete Schneechaos ist bislang weitgehend ausgeblieben. Auch die unwetterartigen Verwehungen traten bislang nicht ein. Bis zum Morgen kam es in den Küstenregionen Mecklenburg-Vorpommern zu Schneefällen von höchstens zehn Zentimetern, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Etwas geringer fielen die Niederschläge in Sachsen aus. Auf der Insel Fehmarn geht nichts mehr. Nach Angaben der Lagedienste der Polizei wurden andernorts bis zum Morgen nur die üblichen wetterbedingten Verkehrsstörungen gemeldet. Größere Unfälle blieben bislang aus.

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Schneefälle: Ein europäisches Wintermärchen

Auf der Ostsee-Autobahn 20 in Mecklenburg-Vorpommern kippte in der Nacht ein Lkw zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz um. Die Fahrbahn in Richtung Stralsund musste für den Verkehr für mehrere Stunden völlig gesperrt werden. Im Norden der Ostseeinsel Rügen stellte ein privates Busunternehmen den Betrieb wegen starker Schneefälle vorübergehend ein. Im nordrhein-westfälischen Hagen wurde ein Auto in das Schaufenster eines Möbelgeschäftes geschleudert. Zwei Menschen wurden verletzt.

Auf der Autobahn 8 Stuttgart-München geriet ein Lkw mit Anhänger auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern und blockierte die Ausfahrt Dachau. In Sachsen musste die Bundesstraße 170 in der Nacht vorübergehend für den Verkehr gesperrt werden. Fahrzeuge dürfen die Fernverkehrsstraße vorerst nur mit Schneeketten befahren. Wegen der Sperrung kam es auf der Autobahn 17 bei Dresden-Gorbitz zeitweilig zu einem längeren Stau. Bei einem Glätteunfall auf der Autobahn 4 in Sachsen wurden drei Menschen verletzt, darunter zwei 11 und 14 Jahre alte Mädchen schwer.

Die Meteorologen erwarten im weiteren Verlauf des Donnerstags allerdings weitere Niederschläge in mehreren Bundesländern von bis zu 20 Zentimetern. Straßen und Schienenwege könnten durch Schneeverwehungen unpassierbar werden.

Jörg Kachelmann, Chef des Wetterdienstes Meteomedia, erwartet einen "Schneesturm der gröberen Sorte" mit bis zu 30 Zentimetern Neuschnee in Nordostdeutschland. Auch der Deutsche Wetterdienst rechnet vor allem an den Küsten mit starken Schneeverwehungen und warnt vor "extremer Glatteisgefahr". Der DWD hob die Unwetterwarnung für Thüringen auf. Für weite Teile Sachsens und Sachsen-Anhalts galt die Warnung jedoch weiter.



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