Urlauberinsel Sipadan Erste Festnahmen nach Entführung

Nach der Entführung von 20 Menschen von der malaysischen Urlauberinsel Sipadan hat die Polizei am Dienstag fünf Männer festgenommen. Von den Geiseln, darunter drei Deutsche, fehlt weiterhin jede Spur. Zuvor hatten sich philippinische Moslemrebellen zu der Entführung bekannt.


Kuala Lumpur - Die Festgenommenen stammten aus dem Süden der Philippinen. Zwei von ihnen sind ehemalige Hotelangestellte auf Sipadan. Die anderen wurden auf der Nachbarinsel Mabul festgenommen. Unklar war zunächst, ob die Männer in direktem Zusammenhang mit der Geiselnahme stehen. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass Entführte und Täter außerhalb Malaysias sind.

Malayische Soldaten auf dem Weg zur Insel Sipadan: Das Urlauberparadies wird abgesperrt
AP

Malayische Soldaten auf dem Weg zur Insel Sipadan: Das Urlauberparadies wird abgesperrt

Zuvor hatte sich die extremistische Moslemgruppe Abu Sayyaf, die im Süden der Philippinen operiert, in einem Rundfunkinterview zu der Tat bekannt. Ein Sprecher der Rebellengruppe, Abu Ahmad, sagte, seine Organisation stehe hinter der Geiselnahme auf der Insel Sipadan.

Ahmad drohte mit weiteren Entführungen von Ausländern für den Fall, dass zwei inhaftierte Gesinnungsgenossen in den USA nicht freigelassen würden. Es handelt sich um Ramsi Ahmed Jussef, der wegen des Bombenanschlags auf das New Yorker World Trade Center im Jahr 1993 verurteilt wurde, und Scheich Umar Abd el-Rahman, der wegen Verschwörung zu weiteren Anschlägen in New York im Gefängnis sitzt. Ferner verlangen die Entführer die Freilassung von zwei Gefangenen aus philippinischer Haft. Die Gruppierung Abu Sayyaf hat auf den Philippinen bereits im vergangenen Monat mehr als 50 Menschen entführt, 27 davon befinden sich noch in ihrer Gewalt.

Der Verteidigungsminister der Philippinen, Orlando Mercado, sagte, das Militär prüfe derzeit, ob die Gruppe Abu Sayyaf tatsächlich hinter der Geiselnahme stehe. Geheimdienstchef Jose Calimlim bezeichnete das Bekenntnis als Propaganda und Versuch der Rebellen, internationale Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Sipadan gehört zu den schönsten Tauchgebieten der Welt
REUTERS

Sipadan gehört zu den schönsten Tauchgebieten der Welt

Die 20 Menschen waren am Sonntagabend von sechs schwer bewaffneten Männern am Strand von Sipadan überfallen und auf zwei Boote gebracht worden. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes handelt es sich bei den Deutschen um eine dreiköpfige Familie aus Göttingen. Im Auswärtigen Amt trat noch am Montagnachmittag ein Krisenstab zusammen. Ebenfalls entführt wurden nach Angaben der malaysischen Behörden zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner und eine Libanesin. Außerdem wurden neun Malaysier und ein Philippiner als Geiseln genommen, die auf der Insel arbeiteten. Zwei Amerikanern war zuvor die Flucht gelungen.



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