Urteil Elf Jahre Haft für Thomy-Erpresser

Der Thomy-Erpresser Alexandru Nemeth muss für elf Jahre hinter Gitter. Er hatte vergiftete Nestlé-Produkte in Supermärkten verteilt, auf einem Kinderspielplatz deponiert und per Post verschickt.

Frankfurt/Main - Das Frankfurter Landgericht verurteilte den Thomy-Erpresser wegen versuchter räuberischer Erpressung und gemeingefährlicher Vergiftung. Das Gericht blieb mit dem Urteil unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von zwölf Jahren Haft.

Bei der gefährlichsten Produkterpressung der deutschen Kriminalgeschichte hatte der 43 Jahre alte gelernte Schlosser den Thomy-Mutterkonzern Nestlé zwei Jahre lang mit der Vergiftung von Lebensmitteln mit zum Teil tödlichen Dosen selbst hergestellter Blausäure bedroht. Er verlangte Rohdiamanten im Wert von 25 Millionen Mark, die ihm von Brieftauben überbracht werden sollten. Eine der Brieftauben führte die Polizei im September vergangenen Jahres auf die Spur des nun Verurteilten. Bundesweit löste der Fall Ängste bei Millionen Verbrauchern aus, Nestlé entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. In dutzenden Supermärkten wurde nach vergifteten Produkten gesucht.

Nemeth, mit dunkler Pferdeschwanz-Frisur und drei goldenen Ringen im linken Ohr, nahm das Blitzlichtgewitter zu Beginn der Verhandlung und die Verkündung des Urteils äußerlich ohne Regung auf. Er hatte vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Einen mit einer tödlichen Dosis Blausäure vergifteten Milchshake vergrub Nemeth auf einem Kinderspielplatz in Köln, per Post verschickte er leicht vergiftete Nestlé-Süßigkeiten.

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