Urteil gegen Adriano-Mörder Bundesgerichtshof lehnt Revision ab

Die wegen Mordes an dem Mosambikaner Alberto Adriano verurteilten Neonazis müssen ihre hohen Haftstrafen absitzen. Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen das Urteil als unbegründet verworfen.


Gedenkstelle für den ermordeten Alberto Adriano in Dessau
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Gedenkstelle für den ermordeten Alberto Adriano in Dessau

Naumburg - Das Oberlandesgericht Naumburg hatte im vorigen August drei junge Neonazis wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft beziehungsweise zu neunjährigen Jugendstrafen verurteilt. "Sie werden lange Zeit zum Nachdenken haben", hatte der Richter damals gesagt.

Die Urteile gegen die Mörder des Mosambikaners sind mit der Entscheidung des Bundesgerichtshofes rechtmäßig. Die Karlsruher Richter verwarfen die Revisionen der Angeklagten Enrico H. und Frank M. gegen ihre Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe beziehungsweise zu neun Jahren Jugendstrafe wegen gemeinschaftlichen Mordes. Der dritte Täter Christian R. hatte seine neunjährige Jugendstrafe bereits angenommen und keine Rechtsmittel eingelegt.

Das Trio aus der rechtsextremistischen Szene hatte den seit den achtziger Jahren in Deutschland lebenden Familienvater von drei kleinen Söhnen am 11. Juni vergangenen Jahres in Dessau überfallen und so schwer misshandelt, dass er drei Tage später an seinen Kopfverletzungen starb. Sie hätten aus niederen Beweggründen gehandelt und das Opfer aus Rassenhass getötet, hieß es im Urteil.

Den Ermittlungen zufolge trafen sich die beiden 16-Jährigen aus Wolfen mit dem 24 Jahre alten Mann aus Bad Liebenwerda am Abend des 10. Juni eher zufällig auf dem Bahnhof von Dessau. Rechtsextremistische Parolen skandierend marschierten sie durch die Stadt, bis sie gegen 01.50 Uhr im Stadtpark auf das Opfer "des gemeinsamen Hasses" stießen und dieses niederschlugen.

Als der Afrikaner am Boden lag, wurde er wahllos mit Fäusten und Tritten mit den Stahlkappen der Springerstiefel traktiert. "Tiere gehen mit dem am Boden liegenden Opfern gnädig um, Rechte offensichtlich nicht", stellte der Richter fest. Denn die Täter zogen ihr Opfer aus und verteilten seine Kleidungsstücke im Park. Dann fielen sie erneut über Adriano her, bis gegen 02.00 Uhr Polizeibeamte dem Überfall ein Ende bereiteten und das Trio festnahmen.



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