Urteil Prostitution ist nicht sittenwidrig

Erstmals hat ein deutsches Gericht entschieden, dass Prostitution nicht sittenwidrig ist. Geklagt hatte ein Café in Berlin, das seine Hinterzimmer an Prostituierte vermietet.


Berlin - Das Berliner Verwaltungsgericht entschied im Streit um das Café "Pssst", das von der Prostituierten Felicitas Weigmann betrieben wird, dass käufliche Liebe heutzutage nicht mehr als sittenwidrig einzustufen ist.

Prostituierte in Frankfurt (Main): Das horizontale Gewerbe ist in Deutschland nicht mehr sittenwidrig
AP

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Es habe eine Veränderung in den Wertvorstellungen der Bevölkerung gegeben, sagte der Vorsitzende Richter Percy MacLean. Prostitution werde als Teil des Zusammenlebens in der Gesellschaft weitgehend akzeptiert. Damit muss Weigmann ihr Café entgegen der Forderung des Bezirksamtes Wilmersdorf nicht schließen. Das Bezirksamt hatte auf Grund der bisherigen Rechtslage auf einer Schließung beharrt, weil in dem Café der "Unsittlichkeit Vorschub" geleistet werde.

Weigmann betreibt eine Bar und vermietet im Hinterhaus Zimmer an Prostituierte, die zuvor ihre Freier in der Kneipe treffen können.



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