Urteil Zwei Tage Rollstuhl statt Jugendknast

Eine ungewöhnliche Strafe verhängte ein Richter im US-Bundesstaat Washington. Zwei Zwölfjährige hatten eine Gruppe Kinder, unter ihnen ein behinderter Junge im Rollstuhl, angegriffen. Nun müssen die beiden Täter zwei Tage in einer Einkaufspassage im Rollstuhl verbringen.


Seattle - Nach Angaben der Polizei hatten die Zwölfjährigen aus Langeweile mit einem Luftgewehr auf sieben Kinder in einem Hort geschossen. Die Opfer wurden dabei leicht verletzt. Nach einem Bericht der "Seattle Times" hatte die Staatsanwaltschaft eine "eher übliche" Strafe, das heißt die Einweisung in eine Jugendstrafanstalt, erwartet.

Doch Richter Leroy McCullough ließ sich etwas anderes einfallen. Die beiden Angreifer müssen als Strafe zwei Tage in einem Rollstuhl in einer Einkaufspassage verbringen und ihre Erfahrungen in einem Aufsatz niederschreiben. McCullough sagte, er wolle die Jungen zum Nachdenken anregen, "wie es sich anfühlt, als Jugendlicher in einem Rollstuhl zu sitzen". Zusätzlich sollen sie 76 Stunden Sozialdienst ableisten. Den beiden Jungen drohten bis zu 90 Tage Haft und 450 Stunden Sozialdienst.



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