Urteil Zwölfeinhalb Jahre Haft für Priester-Mörder

Weil er einen 53-jährigen Prediger mit einem Kopfschuss ermordert hat, ist ein polnischer Erntehelfer vom Landgericht Lübeck zu zwölfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Geistliche hatte den fahrerflüchtigen Polen verfolgt, um ihn zur Rede zu stellen. Dann fiel der tödliche Schuss.


Lübeck - Betrunken und an psychischen Störungen leidend, so das Landgericht Lübeck in seinem Urteil, hatte der 41-jährige Pole im August 2004 mit seinem Pkw zwei radfahrende Kinder von der Straße gedrängt. Ein 53-jähriger Autofahrer aus Hamburg, ein Prediger, hatte den Vorfall beobachtet. Er hielt an und ließ seine Tochter aussteigen, damit diese den Kindern helfen konnte. Dann folgte er dem Polen und stellte ihn schließlich zur Rede.

Nach einem Wortwechsel zog der 41-jährige Erntehelfer eine Waffe und schoss dem Prediger in den Kopf. Das Gericht ging in seinem Urteil davon aus, dass der Angeklagte zur Verdeckung einer Straftat abgedrückt hatte. Die Kammer sprach dem Täter wegen seiner Alkoholisierung und seines Geisteszustands zur Tatzeit jedoch verminderte Schuldfähigkeit zu. Die Forderung der Staatsanwaltschaft habe auf 15 Jahre Haft gelautet, die der Verteidigung auf eine Verurteilung wegen Totschlags. Die Anwälte kündigten Revision an.



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