US-Ostküste Riesenwelle reißt Schaulustige ins Meer

Meterhohe Wellen haben an der US-Ostküste eine Gruppe von Schaulustigen von einer Aussichtsplattform in den Atlantik gerissen, eine Siebenjährige ertrank. Die Besucher wollten sich das durch Hurrikan "Bill" aufgepeitschte Meer ansehen.

Schaulustige an der US-Ostküste bei Cape Elizabeth: Meterhohe Wellen durch "Bill"
AP

Schaulustige an der US-Ostküste bei Cape Elizabeth: Meterhohe Wellen durch "Bill"


Washington - Katastrophentourismus mit fatalen Folgen: Eine von Hurrikan "Bill" ausgelöste Riesenwelle hat am Sonntag ein sieben Jahre altes Mädchen im US-Bundesstaat Maine in den Atlantik gerissen. Ein Sprecher der Küstenwache sagte laut "New York Times", das Kind sei nicht ansprechbar gewesen, nachdem es nach etwa fünf Stunden aus dem Wasser gezogen wurde.

Zwei andere Menschen konnten von der Küstenwache vor dem Ertrinken gerettet werden. Neun Menschen wurden nach Angaben der Zeitung verletzt, als die Riesenwelle gegen die Aussichtplattform mit etwa 20 Menschen im Acadia Nationalpark donnerte. Mehrere Urlauber wurden mit Knochenbrüchen und Rückenverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Das Unglück habe einen umfangreicheren Einsatz der Küstenwache ausgelöst, berichtete der US-Sender ABC auf seiner Internetseite.

"Mehrere tausend Menschen standen auf dem Ocean Drive im Acadia National Park, um die ungewöhnlich hohen Wellen zu sehen", sagte Parkaufseher Sheridan Steele dem Nachrichtensender CNN. Sie wollten die aufgewühlte Brandung aus nächster Nähe beobachten. Die Wellen waren bis zu vier Meter hoch, was laut einem Sprecher der Küstenwache an dem Aussichtsfelsen mit dem Namen "Thunder Hole" sehr selten vorkommt.

Der Hurrikan "Bill" war am Sonntag in Richtung Kanada weitergezogen. Wie schon zuvor auf den Bermudas bekamen in den USA Küstenbewohner und Urlauber den Sturm vor allem durch teils heftige Gewitter mit ergiebigen Regenfällen zu spüren. Und: Badespaß im Atlantik war auch am Sonntag noch in weiten Teilen des Nordostens tabu, weil "Bill" gefährliche Strömungen verursachte.

So mussten nach Angaben des Senders CNN bis Samstagabend etwa 70 Schwimmer aus dem Meer gerettet werden, allein 50 von ihnen an den Stränden von Delaware.

ffr/dpa/AFP/AP



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